Die Corona-Beschränkungen werden sukzessive gelockert. Doch wie wirken sich die Lockerungen auf zukünftige Krankenhausaufenthalte und den Bedarf an Intensivbetten aus? Mit einem neuen ArcGIS Pro Tool lässt sich dies modellieren und abschätzen. 

Das neue ArcGIS Pro Tool COVID-19Surge (CDC) unterstützt Krankenhäuser, Städte und Regionen bei der Ressourcenplanung. So lassen sich zukünftige Krankenhausaufenthalte und der Bedarf an Intensivbetten und Beatmungsgeräten auf Grundlage aktueller und historischer Daten sowie epidemiologischer Variablen abschätzen. 

Ebenso können Auswirkungen von variierenden Interventionen im Laufe der Zeit simuliert werden.  

Simulating the effects of removing an intervention on hospitalization rates

Die Grafik zeigt anhand hypothetischer Daten, wie das Entfernen einer Intervention mit einer Wirksamkeit von 50% (d.h. Social Distancing, das eine 50%ige Abnahme der Übertragung von COVID-19 verursachte) das Potenzial hat, eine zweite Welle auszulösen, wenn die Intervention zu früh vollständig entfernt wird. Der grau schattierte Bereich in der Grafik markiert die Zeitspanne der Intervention. 

Mithilfe aufeinanderfolgender Interventionen im Tool können die Auswirkungen der allmählichen Abnahme der Interventionswirksamkeit modelliert und sogar je nach Ort variiert werden, um beispielsweise unterschiedliche Richtlinien in einzelnen Landkreisen zu berücksichtigen. 

In der folgenden Grafik ist ein hypothetisches Szenario dargestellt, in dem die Interventionswirksamkeit zu verschiedenen Zeitpunkten allmählich von 50% auf 29% und schließlich auf 0% abnimmt. Die einzelnen Schritte zur Erstellung dieses Diagramms sind im Abschnitt „Example Workflow“ der COVID-19Surge-Dokumentation beschrieben. 

Estimating the effects of gradual lessening of interventions on hospitalization rates

Das Tool COVID-19Surge (CDC) ist in der ArcGIS Pro COVID-19 Modeling-Toolbox enthalten. 
Die COVID-19 Modeling-Toolbox beinhaltet auch das Werkzeug CHIME Model für ArcGIS Pro. Dieses Tool ist eine Implementierung des COVID-19 Hospital Impact Model for Epidemics (CHIME) von Penn Medicine. Das Werkzeug unterstützt Analysten dabei zu analysieren, wann, wo und wie groß die Spitzenwerte bei COVID-19-Krankenhausaufenthalten sein können, und zu visualisieren, wie Social Distancing zur Abflachung der Kurve beitragen könnte. 

Modellierte Szenarien miteinander vergleichen 

Die Ergebnisse des CHIME-Model-Tools und des COVID-19Surge-Tools lassen sich direkt miteinander vergleichen in ArcGIS Pro. Die Toolbox Dokumentation enthält Tipps zur Vorbereitung der Daten, so dass in jedem Tool gleichwertige Eingaben verwendet können. Dieselben Ausgabe-Feature-Classes, Karten und Diagramme sorgen für einen einfachen Vergleich der Modelle. Eine konfigurierbare App zur Kapazitätsanalyse stellt zwei Szenarien nebeneinander dar, die interaktiv miteinander verglichen werden können, um zu zeigen, wann und wo die Kapazitäten für jedes Szenario erreicht sind. 

Ressourcen 

Dieser Artikel ist angelehnt an den Blog-Artikel Estimating COVID-19 hospitalizations using the new CDC COVID-19Surge tool 
Für Fragen oder Kommentare besuchen Sie bitte die COVID-19-GeoNet-Community.  
Referenzen und weitere Ressourcen für die COVID-19-Modellierung in ArcGIS Pro: