Karten gehören zu den wichtigsten Bausteinen für die Erzählstruktur in ArcGIS StoryMaps, können jedoch in verschiedenen Formen auftreten: Statische Karten, Webkarten, Webszenen, Express-Karten, Map Tours sowie eingebettete, konfigurierbare Anwendungen sind nur einige der Mapping-Optionen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Jeder Kartentyp bringt eigene Stärken, Einschränkungen und ideale Einsatzmöglichkeiten mit sich.
Welches Kartenmedium Sie wählen, sollte sich letztlich nach Ihren Zielen und Ihrer Zielgruppe richten. In der Praxis bedeutet dies häufig, verschiedene, teilweise gegensätzliche Anforderungen miteinander abzuwägen – etwa Performance, Interaktivität, kartografische Kontrolle, Nutzbarkeit auf mobilen Geräten, Komplexität bei der Erstellung sowie die gesamte Nutzererfahrung.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Kartentypen in ArcGIS StoryMaps sowie Hinweise dazu, welche Option sich am besten für Ihre Erzählung eignet. Wenn Sie eine schnelle Orientierung suchen, können Sie direkt zur Vergleichstabelle am Ende dieses Beitrags springen.
Statische Karten
Statische Karten – unabhängig davon, ob sie in ArcGIS Pro, ArcGIS Maps for Adobe Creative Cloud erstellt oder als Screenshots erfasst wurden – werden in Storys als Bilder eingefügt. Sie zählen zu den wirkungsvollsten Optionen für narrative Kartografie, da sie vollständige Kontrolle über das Erscheinungsbild einer Karte ermöglichen. Wenn Ihre Story auf einer ungewöhnlichen Projektion, stark angepasster Symbolik, umfangreichen Annotationen oder einem sorgfältig gestalteten visuellen Design basiert, ist eine statische Karte häufig die beste Wahl.
Zudem erlauben statische Karten Layouts, die mit interaktiven Karten nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären – etwa lange, scrollbare Karten oder Darstellungen, die nahtlos in den umgebenden Story-Inhalt übergehen.
Der Nachteil besteht darin, dass Lesende nicht mit einer statischen Karte interagieren können: Es gibt weder Navigationswerkzeuge noch Pop-ups, die die Neugier der Lesenden belohnen. Während diese technische Einschränkung die Erkundungsmöglichkeiten reduziert, kann sie zugleich ein Vorteil sein: Ohne interaktive Ablenkungen bleibt die Aufmerksamkeit der Lesenden auf die Botschaft gerichtet, die Sie vermitteln möchten.
Statische Karten sind zudem auf verschiedenen Geräten sowie in Umgebungen mit geringer Bandbreite äußerst leistungsfähig. Allerdings sollten Sie besonders auf Texte und Annotationen achten, da diese auf kleineren Bildschirmen schwer lesbar werden können.

Webkarten
Webkarten sind der flexibelste Kartentyp, der Ihnen in ArcGIS StoryMaps zur Verfügung steht. Sie werden im ArcGIS Map Viewer erstellt und über den Kartenblock direkt in Storys eingebunden. Dabei unterstützen sie eine Vielzahl von Layer-Typen und interaktiven Funktionen und lassen sich nahtlos mit StoryMaps‑Features wie der Kartenchoreografie kombinieren.
Webkarten sind besonders dann effektiv, wenn Lesende davon profitieren, Geografie oder Daten selbst zu erkunden – sei es durch das Navigieren in der Karte, das Untersuchen von Objekten und deren Pop-ups oder durch den Vergleich mehrerer Informationsebenen.
Da Webkarten umfangreiche Interaktivität unterstützen, sind sie häufig die beste Wahl für eindrucksvolle, immersive Storytelling-Erlebnisse. Webkarten können Punkte, Linien, Polygone, Bilddaten, Beschriftungen, Medien-Layer und vieles mehr in einer einzigen Karte kombinieren und eignen sich daher besonders für komplexe geografische Erzählungen. Außerdem profitieren sie von ihrer engen Integration mit ArcGIS Online: Karten, die an anderer Stelle in Ihrer Organisation erstellt wurden oder aus dem Living Atlas of the World von Esri stammen, lassen sich einfach wiederverwenden und anpassen.
Die Flexibilität von Webkarten bringt jedoch auch eine größere Verantwortung bei der Erstellung mit sich. Karten mit vielen Layern oder großen Datenmengen können schwer navigierbar werden und auf kleineren Geräten eine schlechtere Performance aufweisen. Durch gut durchdachte und gezielte Entscheidungen hinsichtlich der Inhalte – ein zentrales Prinzip wirkungsvollen geografischen Storytellings – stellen Sie sicher, dass die Nutzererfahrung für alle Lesenden fokussiert und reaktionsfähig bleibt.

Webszenen
Für die meisten Storys sind zweidimensionale Karten ausreichend. Wenn jedoch die dritte Dimension entscheidend für das Verständnis ist, bieten Webszenen Funktionen, die andere Kartentypen nicht leisten können. Webszenen werden im ArcGIS Scene Viewer erstellt und verleihen Ihren Karten mehr Tiefe und räumlichen Realismus. Dadurch sind sie besonders wertvoll für Storys, in denen Gelände, Höhenunterschiede oder die gebaute Umwelt eine zentrale Rolle spielen. Webszenen unterstützen außerdem 3D-Modelle und volumetrische Visualisierungen und eröffnen damit kreative Möglichkeiten für Storytelling in den Bereichen Architektur, Infrastruktur und Stadtentwicklung.
Im Vergleich zu statischen Karten und Webkarten bieten Webszenen weniger kartografische Gestaltungsmöglichkeiten und stellen höhere Anforderungen sowohl an Sie als Erstellende als auch an die Lesenden – insbesondere auf mobilen Geräten und bei leistungsschwächerer Hardware. Komplexe Webszenen können in Umgebungen mit geringer Bandbreite eine schlechtere Performance aufweisen, und die Navigationssteuerung lässt sich auf kleinen Bildschirmen mitunter schwer bedienen. Grundsätzlich sind Webszenen dann am wirkungsvollsten, wenn die 3D-Darstellung direkt zur Erzählung beiträgt und nicht nur als visuelles Element dient.

Express‑Karten
Express‑Karten sind schlanke Referenzkarten, die direkt im StoryMaps‑Builder erstellt werden. Ihre Stärke liegt in ihrer Einfachheit: Express‑Karten bieten ausreichend Funktionalität, um Lesenden eine geografische Orientierung zu ermöglichen, erfordern jedoch weder einen großen Einrichtungsaufwand noch umfangreiche kartografische Kenntnisse bei der Erstellung. Im Gegensatz zu Webkarten oder Webszenen existieren Express‑Karten zudem nicht als eigenständige Elemente in ArcGIS Online, was den Verwaltungsaufwand deutlich reduziert und sie zu einer der schnellsten Mapping‑Optionen macht.
Da Express‑Karten Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit über Flexibilität stellen, eignen sie sich am besten für einfache Referenzkarten, Übersichtskarten, geografische Inhaltsverzeichnisse oder Storys, in denen nur wenige Orte hervorgehoben werden sollen. Sie lassen sich nahtlos in das Design einer Story integrieren und funktionieren auf verschiedenen Geräten zuverlässig. Wenn Sie jedoch thematische Karten erstellen, komplexe Datensätze darstellen oder fortgeschrittene kartografische Techniken einsetzen möchten, sind in der Regel Webkarten oder statische Karten besser geeignet – für einfache Anforderungen sind Express‑Karten jedoch die effizienteste Lösung.

Karten-Touren
Karten‑Touren sind speziell entwickelte Storytelling‑Bausteine, die direkt in ArcGIS StoryMaps erstellt werden und darauf ausgelegt sind, Sammlungen zusammengehöriger Orte zu präsentieren. Karten‑Touren stehen in verschiedenen Layouts zur Verfügung, die jeweils für unterschiedliche narrative Zwecke optimiert sind: Geführte Touren eignen sich ideal für die Darstellung einer festgelegten Abfolge von Orten; Explorer‑Touren fördern das selbstständige Erkunden; und kategorisierte Touren ermöglichen es Ihnen, Orte nach gemeinsamen Themen zu gruppieren.
Unabhängig vom Layout kombinieren Karten‑Touren Karten und Medien zu einem zusammenhängenden Erlebnis, das sowohl für Desktop‑ als auch für Mobilgeräte optimiert ist. Da die Nutzerführung weitgehend vordefiniert ist, gehören Karten‑Touren zu den am einfachsten zu erstellenden Storytelling‑Karten. Sie eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungsfällen, darunter Reisestorys, Architekturführer, Campus‑Rundgänge, Sammlungen historischer Orte und andere Erzählungen, die sich um eine Reihe von Standorten drehen. Karten‑Touren können sowohl punktweise erstellt als auch datenbasiert umgesetzt werden und funktionieren besonders gut mit größeren punktbasierten Datensätzen, die eine einheitliche Struktur aufweisen.
Der wichtigste Kompromiss ist – wie so oft – die eingeschränkte Flexibilität: Karten‑Touren bieten weniger Möglichkeiten zur kartografischen Anpassung als statische Karten oder Webkarten und erlauben weniger Kontrolle über die Nutzererfahrung als sorgfältig choreografierte Webkarten‑Sequenzen.

Konfigurierbare Anwendungen
Konfigurierbare Anwendungen – darunter Dashboards, Instant Apps und weitere ArcGIS‑Anwendungen – können mithilfe des ArcGIS‑App‑Blocks in Storys eingebettet werden. Diese Anwendungen sind häufig darauf ausgelegt, exploratives Arbeiten zu unterstützen, indem sie interaktive Karten mit Diagrammen, Tabellen, Indikatoren, Filtern und weiteren Elementen kombinieren. Dadurch können Lesende Daten eigenständig untersuchen und ihre eigenen Fragestellungen beantworten.
Konfigurierbare Anwendungen sind besonders dann nützlich, wenn die Exploration im Vordergrund steht. Da es sich jedoch um eingebettete Inhalte handelt, lassen sie sich nicht so nahtlos in ArcGIS StoryMaps integrieren wie native Karten. Ihre Komplexität kann zudem auf kleineren Geräten Herausforderungen hinsichtlich Lesbarkeit und Bedienbarkeit mit sich bringen – insbesondere dann, wenn keine speziell angepasste mobile Ansicht konfiguriert wurde. Ohne ausreichend Kontext oder als Ersatz für einfachere Karten eingesetzt, können konfigurierbare Anwendungen Lesende zudem schnell überfordern.

Bonus: Statische Karten als interaktive Layer
Statische Karten und interaktive Karten werden oft als getrennte Optionen betrachtet, lassen sich jedoch auch kombinieren, um einzigartige narrative Erlebnisse zu schaffen. Indem Sie eine statische Karte als Medialayer in eine Webkarte einfügen oder als Basiskarte in einer Express‑Karte verwenden, behalten Sie die kartografische Kontrolle und das visuelle Design einer individuell erstellten Karte bei, während Sie gleichzeitig begrenzte Interaktivität ermöglichen.
Dieser hybride Ansatz eignet sich besonders gut, um historische Karten gemeinsam mit aktuellen Kartendaten darzustellen oder eine individuell gestaltete Karte durch einfache Interaktionen und Annotationen zu erweitern. So kann beispielsweise eine thematische Karte mit Skizzen-Layern, Beschriftungen, Annotationen oder weiteren Funktionen aus dem Map Viewer bzw. der Express‑Karte kombiniert werden, um Lesenden gezielt auf bestimmte Bereiche aufmerksam zu machen. Auch wenn dieser Ansatz in der Umsetzung meist komplexer ist als die Nutzung eines einzelnen Kartentyps, bietet er versierten Story-Autorinnen und -Autoren einen attraktiven Mittelweg zwischen vollständig statischen und vollständig interaktiven Darstellungen.

Die richtige Wahl des Kartentyps
Es gibt keinen einzelnen Kartentyp, der für jede Story am besten geeignet ist. Die effektivste Wahl hängt vielmehr von den Zielen Ihrer Erzählung und den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe ab. Wenn Sie Ihre Optionen abwägen, sollten Sie sich einige zentrale Fragen stellen:
- Erfordert die Karte eine fortgeschrittene Kartografie – beispielsweise ungewöhnliche Projektionen, individuelle Symbolik oder umfangreiche Annotationen –, um die Inhalte wirkungsvoll zu vermitteln?
- Müssen Lesende die Geografie oder die Daten selbst erkunden können?
- Wie wichtig ist die Nutzung auf mobilen Geräten für Ihre Zielgruppe?
- Spielen Gelände, Höhenunterschiede oder 3D‑Visualisierungen eine zentrale Rolle in Ihrer Story?
- Soll die Nutzererfahrung eher geführt oder explorativ sein?
- Wie hoch darf die Komplexität bei der Erstellung für dieses Projekt sein?
Die Antworten auf diese Fragen führen Sie in der Regel ganz automatisch zu ein oder zwei passenden Kartentypen und schließen andere Optionen aus. Auch die unten stehende Vergleichstabelle kann Ihnen helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Laden Sie eine größere Version der Tabelle herunter.
Eine durchdachte und bewusste Auswahl des Kartentyps ist ein entscheidender Faktor für alle geografischen Storys. Die Verwendung eines passenden Kartenmediums verbessert die Verständlichkeit, Benutzerfreundlichkeit und Wirkung Ihrer Erzählung erheblich, während die Wahl eines ungeeigneten Mediums die Aussagekraft Ihrer Karten stark beeinträchtigen und Ihre gesamte Arbeit untergraben kann.
Wie die vorangegangenen Ausführungen zeigen, ist kein einzelner Kartentyp in allen Fällen überlegen. Letztlich liegt es an Ihnen als Autor:in, das Medium zu wählen, das am besten zu Ihrer Botschaft, den verfügbaren Ressourcen und den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe passt. Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen als hilfreiche Orientierung dienen – und ermutigen Sie gleichzeitig, zu experimentieren: Denn Storytelling ist schließlich eine Kunst und keine exakte Wissenschaft!
Hinweis: Dieser Artikel ist eine Übersetzung des englischen Originals.





