Mit der Einführung von ArcGIS Pro und Utility Network verfolgt HanseGas das Ziel, die Netzdokumentation zukunftsfähig aufzustellen und hat eine bewusst am Esri-Standard konfigurierte Lösung entwickelt, die es dem HanseGas-Team ermöglicht, Erfassung und Planung der Netzdokumentation weitgehend eigenständig mit Bordmitteln durchzuführen. Dieser Ansatz stärkte die Autonomie, Verantwortung und Selbstwirksamkeit des Teams.
Die Einführung von ArcGIS Pro und Utility Network war kein klassischer Software-Rollout, sondern ein technisch anspruchsvolles Transformationsprojekt. Eine historisch gewachsene GIS-Landschaft wurde in eine moderne, topologisch konsistente Zielarchitektur überführt, unter Berücksichtigung bestehender Daten, Prozesse sowie angebundener Fachsysteme.
Zwischen Projektstart und Produktivsetzung stand ein kompakter Zeitraum von rund acht Monaten zur Verfügung. Entsprechend wurde das Projekt von Beginn an mit einem klaren technischen Fokus, einem modularen Setup und einer strikt iterativen Vorgehensweise aufgesetzt.
Datenquellen und integrierte Koordinatentransformation
Die GIS-Daten von HanseGas stammen aus unterschiedlichen Quellen und historischen Datenständen und lagen in verschiedenen lokalen Bezugssystemen und Genauigkeitsniveaus vor. Eine zentrale technische Herausforderung bestand daher darin, diese heterogenen Bestandsdaten verlustfrei und lagegenau in ein einheitliches Zielkoordinatensystem zu überführen.
Die Koordinatentransformation wurde so umgesetzt, dass sie nicht nur eine mathematische Umrechnung der Koordinaten vornimmt, sondern zugleich geometrische und fachliche Plausibilitätsprüfungen integriert. Dazu gehören unter anderem die Kontrolle von Lageabweichungen, die Prüfung topologischer Konsistenz sowie fachliche Validierungen netzrelevanter Objekte. Auf diese Weise wurden typische Transformationsfehler – etwa Versätze, Verzerrungen oder inkonsistente Objektbeziehungen – frühzeitig erkannt und korrigiert.
Die gesamte Transformation ist vollständig durch die von Uptility automatisierten Migrationsprozesse integriert und erfolgt somit als durchgängiger Bestandteil der Datenmigration, nicht als separater Nachbearbeitungsschritt.
Über Uptility
Esri-Partner Uptility unterstützt Kundinnen und Kunden mit IT-Dienstleistungen für die Versorgungsbranche. Das Team von Uptility verknüpft Geoinformatik mit Business Intelligence, um Geschäftsprozesse raumbezogen zu optimieren.
Systemarchitektur und organisatorisches Setup
Die Zielarchitektur für ArcGIS Pro und Utility Network wurde im Projektverlauf gemeinsam mit Esri abgestimmt und validiert. Der operative Betrieb der Plattform erfolgt durch Uptility, die hierfür zur Unterstützung der E.On Grid Solutions (EGS) eingebunden ist. Uptility übernimmt dabei Aufgaben im laufenden Betrieb, in der technischen Betreuung sowie bei Weiterentwicklungen und Anpassungen der Systemlandschaft.
Ein Bestandteil der Systemerweiterung war der Bemaßungseditor, der eine funktionale Lücke im Standard-Esri-Portfolio schließt. Das Tool ermöglicht:
- Orthogonalbemaßungen sowie einfache Spannmaße
- Einsatz über beliebig viele Sparten hinweg
- direkte Nutzung und Bearbeitung in ArcGIS Pro
- vollständige Webkompatibilität der erzeugten Bemaßungen
Damit steht HanseGas eine standardisierte und zugleich flexible Möglichkeit zur Verfügung, Maße direkt mit GIS-Geometrien zu verknüpfen und konsistent in Karten und Webanwendungen zu nutzen.
Parallel zur technischen Architektur wurden Key User gezielt eingebunden. Produktschulungen durch Esri ermöglichten eine frühe Auseinandersetzung mit projektspezifischen Fragestellungen. Die Key User fungieren im Betrieb als Multiplikatoren und sichern den Wissenstransfer in die Fachbereiche.
Anbindung externer Fachsysteme
Neben der GIS-Migration wurde eine Schnittstelle zum LineRegister der Firma GrinTec aufgebaut. Ziel war es, die im Utility Network geführten Netzdaten konsistent in das Leitungskataster zu überführen. Die Schnittstelle basiert auf einem klar definierten Austauschformat und ist so ausgelegt, dass zukünftige Erweiterungen konfigurationsbasiert ergänzt werden können.
Migrationsvorgehen: modular und iterativ
Die Migration erfolgte in wiederholbaren, iterativen Läufen. Einzelne Netzbereiche und Funktionsblöcke konnten unabhängig getestet und fachlich abgenommen werden. Dieses Vorgehen ermöglichte eine schrittweise Stabilisierung der Zielumgebung sowie eine transparente Nachvollziehbarkeit des Projektfortschritts.
Ergebnis
Trotz der hohen technischen Komplexität konnte die Produktivsetzung innerhalb des geplanten Zeitrahmens von rund acht Monaten erreicht werden.
HanseGas verfügt nun über:
- ein konsistentes Utility-Network-Datenmodell
- reproduzierbare und erweiterbare Migrationsstrecken
- integrierte Transformation und Systemkopplungen
- eine betrieblich abgesicherte Systemarchitektur
- eine geschulte Anwenderorganisation mit klaren Rollen
Fazit
Das Projekt zeigt, dass eine technisch saubere Migration auf Utility Network auch unter engen zeitlichen Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann. Voraussetzung ist die Modularisierung der Migrationsprozesse und die umfassende Berücksichtigung aller organisatorischen wie betrieblichen Aspekte im Versorgungsunternehmen. Dies gelingt aber nur, wenn Auftraggeber und Dienstleister effizient und vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Das HanseGas Projekt ging deshalb weit über eine reine Produkteinführung hinaus und bedeutet für das Unternehmen einen strukturierten Übergang in eine innovative GIS-Landschaft auf Basis des Esri Utility Network.
Testimonial
„Uptility hat uns mit hoher Fachkompetenz, klarer Struktur und einem sehr transparenten Vorgehen überzeugt. Die Kombination aus technischer Tiefe und pragmatischer Herangehensweise war für uns ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wir fühlen uns auf dem Weg ins Utility Network bestens begleitet.“ — Volker Hoefs, HanseGas GmbH




