Im ArcGIS Experience Builder gibt es keine einzelne, zentrale Reportingfunktion, sondern eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, um Daten, Karten und Analyseergebnisse aus einer Webanwendung heraus aufzubereiten und bereitzustellen. Je nach Bedarf können Anwender:innen Rohdaten exportieren, Karten drucken, komplette Seiten als PDF ausgeben oder strukturierte Berichte erzeugen.
Dieser Artikel bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Funktionen und zeigt anhand kurzer Beispiele, in welchen Situationen sich welche Art von Reporting besonders eignet.
Rohdatenexport
Der Rohdatenexport ermöglicht es, Daten aus einer Experience‑Builder‑App herunterzuladen und außerhalb der Anwendung weiterzuverarbeiten. Er basiert auf Datenaktionen mit denen sich die aktuell verwendeten Daten eines Widgets manuell exportieren lassen. Diese Funktion steht in mehreren Widgets zur Verfügung und gibt die Daten in gängigen Formaten wie CSV, JSON oder GeoJSON aus. Der Ansatz eignet sich vor allem dann, wenn nicht ein gestalteter Bericht benötigt wird, sondern die eigentlichen Daten, zum Beispiel für Analysen in externen Tools, zur Dokumentation oder um Usern einen strukturierten Datenauszug zur Verfügung zu stellen. Im Folgenden sind die Widgets zusammengefasst, welche für den Rohdatenexport besonders relevant sind.
Tabelle
Tabellen eignen sich besonders für den Export größerer Datenmengen, weil sie Daten strukturiert und vollständig anzeigen. User können entweder den gesamten Datenbestand des zugehörigen Layers exportieren oder nur die aktuell ausgewählte Teilmenge, zum Beispiel gefilterte oder manuell markierte Einträge. Damit ist die Tabelle die flexibelste Grundlage für Datenexporte, die in externen Analyse‑ oder Dokumentationsprozessen weiterverwendet werden sollen.
Liste
Listen präsentieren Datensätze in einer kompakten, oft visuell orientierten Form und eignen sich für Szenarien, in denen Inhalte gefiltert oder kontextbezogen angezeigt werden. Der Export umfasst genau die Elemente, die in der Liste sichtbar oder ausgewählt sind. Dadurch lassen sich kleinere, thematisch eng eingegrenzte Datenmengen einfach aus einer App herauslösen und weitergeben.
Abfrage
Abfragen erzeugen gezielt eingeschränkte Datensichten, die auf vom User definierten Kriterien basieren. Der Export gibt daher ausschließlich die Ergebnisse dieser Abfrage aus und eignet sich besonders, wenn User eine exakt definierte Teilmenge benötigen, etwa bestimmte Zeiträume, Kategorien oder räumlich begrenzte Treffer. Dadurch fungiert das Abfrage‑Widget als präzise Datenquelle für sehr fokussierte Exporte.
Diagramm
Das Diagramm-Widget dient in erster Linie dazu, Daten grafisch darzustellen und so Muster, Trends und Zusammenhänge besser erkennbar zu machen. Es verarbeitet Attribute aus einer Datenquelle und stellt sie in Form von Diagrammen wie Balken-, Linien-, Kreisdiagrammen, Streudiagrammen oder Histogrammen dar. Dabei können je nach Konfiguration sowohl aggregierte Werte für Gruppen als auch statistische Kennzahlen einzelner Felder visualisiert werden. Die im Diagramm angezeigten Datensätze können, sofern die entsprechenden Datenaktionen aktiviert sind, ebenfalls exportiert werden. Damit verbindet das Diagramm-Widget die grafische Analyse von Daten mit der Möglichkeit, die zugrunde liegenden Werte direkt weiterzuverwenden, beispielsweise für weiterführende Auswertungen oder Dokumentationen.
Druckvorschau
Neben dem klassischen Kartendruck gibt es im Experience Builder auch die Möglichkeit, eine komplette Seite der Anwendung als PDF oder Ausdruck bereitzustellen. Dafür wird nicht das Print‑Widget genutzt, sondern die integrierte Druckfunktion des Browsers, die sich direkt aus der Experience heraus aufrufen lässt. Ein einfacher Button, der zur Druckvorschau führt, genügt, um die gesamte sichtbare Seite auszugeben, inklusive Texten, Tabellen, Diagrammen oder anderen Widgets. Da der Browser die Seite genauso druckt, wie sie aufgebaut ist, lässt sich eine Experience gezielt so gestalten, dass eine bestimmte Ansicht bereits einem Berichtslayout entspricht. Längere Inhalte werden dabei automatisch auf mehrere Seiten verteilt. Dieser Ansatz eignet sich besonders für Situationen, in denen eine klar strukturierte, visuell gestaltete Seite ohne zusätzlichen Einrichtungsaufwand als PDF oder Ausdruck bereitgestellt werden soll.
Drucken-Widget
Das Drucken‑Widget stellt eine einfache Möglichkeit bereit, Karten aus einer Experience‑Builder‑App als druckfertige Dateien auszugeben. Grundlage ist ein verbundenes Karte‑Widget mit einer zweidimensionalen Datenquelle, aus dem heraus sich eine Vorlage auswählen, ein Druckbereich einblenden und ein eigenes Druckergebnis erzeugen lässt, das anschließend in einem neuen Fenster geöffnet und gespeichert werden kann. User können dabei verschiedene Einstellungen steuern: So lässt sich im Classic‑Modus unter anderem die Druckqualität anpassen, etwa durch die Wahl höherer Ausgabeparameter für schärfere Ergebnisse, und viele Vorlagen bieten zusätzliche Optionen wie das Ein‑ oder Ausblenden der Legende. Die Auswahl der Druckausdehnung erfolgt je nach Vorlage über das dargestellte Druckrechteck, das die aktuelle Kartenausdehnung bzw. den eingestellten Maßstab übernimmt, sodass der Ausschnitt der Karte präzise festgelegt werden kann. Während der Compact‑Modus eine reduzierte, fest voreingestellte Oberfläche bietet, ermöglicht der Classic‑Modus flexiblere Anpassungen wie Titel, Maßstabsoptionen oder Layoutdetails. Auf diese Weise eignet sich das Print‑Widget ideal für Situationen, in denen schnell eine klare, druckbare Kartendarstellung benötigt wird, ohne dass ein vollständig gestaltetes Berichtslayout erforderlich ist.
Drucken mit benutzerdefinierten Druckvorlagen
Das Widget “Drucken” unterstützt benutzerdefinierte Layout- und Berichtselemente. Wenn Sie .pagx-Layout-Dateien oder .rptx-Berichtsdateien in die ArcGIS-Organisation hochladen, können diese in den Widget-Einstellungen ausgewählt werden.
Voraussetzung ist entweder ein Druck-Dienst aus ArcGIS Enterprise oder die Verwendung des Premium-Druckdienst. Der Premium-Druckdienst ist in ArcGIS Online standardmäßig verfügbar und kann im Print-Widget konfiguriert werden. Der Service erfordert eine Anmeldung sowie den Einsatz von Credits. Pro Druckauftrag werden fünf Credits berechnet.
Berichte
Feature-Bericht-Widget
Das Feature‑Report‑Widget ermöglicht es, aus den Daten eines Feature‑Layers vollwertige, strukturiert aufgebaute Berichte zu erzeugen, die als PDF oder DOCX ausgegeben werden. Grundlage sind dafür hinterlegte Berichtsvorlagen im DOCX‑Format, die entweder direkt dem Feature‑Layer oder einem zugehörigen Survey zugewiesen sind und bei Bedarf auch individuell angepasst oder als eigene Templates erstellt werden können. Beim Ausführen des Widgets greifen User auf genau diese Vorlagen zurück und können damit unterschiedliche Berichtstypen erzeugen: einzelne Objektberichte, zusammenfassende Berichte über mehrere Datensätze oder kombinierte Ausgaben, die sowohl Einzel‑ als auch Summary‑Inhalte enthalten.
Die Verwaltung der Vorlagen erfolgt zentral über das Widget. Eigentümer:innen der Layer oder Surveys sowie Organisationsadministrierende können neue Templates hochladen oder bestehende aktualisieren und entfernen, während reguläre User die vorhandenen Berichtslayouts einfach auswählen und nutzen können. Da es sich um einen Premium‑Service handelt, verbraucht jeder erzeugte Bericht Credits, wobei mindestens 0,5 Credits pro Bericht anfallen und beim Verarbeiten mehrerer Datensätze jeweils 0,5 Credits pro Datensatz berechnet werden. Diese Credit‑Kosten fallen ausschließlich in ArcGIS Online an, während in ArcGIS Enterprise keine Credits verbraucht werden, dort jedoch funktionale Einschränkungen möglich sind. Für Testzwecke steht eine kostenlose Vorschau zur Verfügung, die eine wasserzeichenbehaftete PDF für bis zu 20 Datensätze generiert, ohne Credits zu verbrauchen. Insgesamt eignet sich das Feature‑Report‑Widget besonders für Szenarien, in denen formale, konsistente und reproduzierbare Dokumente benötigt werden, etwa für Inspektionen, Objekt‑ oder Zustandsberichte oder andere klar strukturierte Ausgaben, die direkt aus den aktuellen Daten einer Experience generiert werden sollen.
Umkreissuche-Widget
Das Near‑Me‑Widget verbindet interaktive Standortanalyse mit einer direkt nutzbaren Berichtsausgabe. Ausgehend von einem ausgewählten Punkt, einer gezeichneten Geometrie oder der aktuellen Kartenausdehnung kann das Widget entweder das nächstgelegene Feature bestimmen, alle Objekte innerhalb einer bestimmten Entfernung finden oder statistische Kennzahlen über die umliegenden Daten berechnen, etwa Summen, Durchschnittswerte oder Mindest‑ und Höchstwerte. Diese Ergebnisse erscheinen unmittelbar im Widget und können bei Bedarf weiterverarbeitet oder exportiert werden. Wenn der zugrunde liegende Layer den Export erlaubt, stehen dafür verschiedene Datenformate zur Verfügung, darunter auch eine integrierte PDF‑Ausgabe.
Diese PDF‑Funktion ist fest im Widget verankert und erzeugt ohne zusätzliche Konfiguration einen kompakten Bericht, der automatisch einen Titel, eine Karte des relevanten Ausschnitts, eine Legende und sämtliche Analyseergebnisse enthält. Das Widget rendert diese Elemente selbstständig und stellt so eine direkte Möglichkeit bereit, Analyseergebnisse in dokumentierter Form weiterzugeben. User müssen weder ein Layout definieren noch einen Print‑Service einrichten, was den Prozess besonders leicht zugänglich macht. Mit dem Update im Februar 2025 wurde die PDF‑Ausgabe deutlich erweitert und orientiert sich nun stärker an den bekannten Reporting‑Funktionen aus dem Web AppBuilder‑Umfeld. Das erzeugte PDF enthält damit standardmäßig Karte, Legende, Titel und die strukturierten Umkreissuche‑Resultate, sodass innerhalb weniger Sekunden ein vollständiger Bericht entsteht.
Durch diese Automatisierung eignet sich die Umkreissuche ideal für Situationen, in denen räumliche Zusammenhänge schnell ermittelt und direkt als verständliche, vollständig aufbereitete PDF‑Übersicht bereitgestellt werden sollen. Typische Anwendungsfälle reichen von Standortbewertungen über einfache Umwelt‑ oder Risikoanalysen bis hin zu Bürgerauskünften, bei denen User auf Knopfdruck nachvollziehen möchten, welche Objekte, Werte oder Belastungen sich im Umfeld eines bestimmten Punktes befinden.
Ein kurzer Überblick zum Abschluss
Insgesamt zeigt sich, dass der ArcGIS Experience Builder eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten bietet, Informationen aufzubereiten und bereitzustellen. Je nach Anwendungsszenario reicht das Spektrum dabei vom einfachen Export von Rohdaten über klassische Kartenausgaben bis hin zu vollständig formatierten Berichten oder automatisch erzeugten Analyseübersichten. Welche Lösung am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob User die reinen Daten benötigen, eine Karte dokumentieren möchten oder einen fertigen Bericht erwarten. Die verschiedenen Werkzeuge ergänzen sich dabei sinnvoll und ermöglichen es, auch ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand unterschiedliche Arten von Ausgaben direkt in einer Webanwendung bereitzustellen. Für viele Projekte entsteht so ein flexibles Baukastensystem, mit dem sich sowohl einfache als auch anspruchsvollere Reporting‑Anforderungen abdecken lassen.
Einen Überblick über die verschiedenen Widgets und die Möglichkeit sich mit diesen vertraut zu machen finden Sie in einer eigens erstellten Webanwendung unter folgendem Link:







