Zum Umgang mit .ifc und revit-Daten aus der Bauwirtschaft in ArcGIS gibt es bereits einige Blog-Beiträge und Hilfetexte. In diesem Artikel wollen wir speziell auf die Möglichkeiten eingehen, .ifc-Files und andere AEC-spezifische Formate im Web bereitzustellen oder herauszuschreiben.
Planungsmodelle in ihrer Umgebung
Desktop-seitige Datenaufbereitung
Die Platzierung von Gebäude- oder Infrastruktur-Modellen aus dem Building Information Modelling (BIM) Prozess in ihrem künftigen Umfeld, also die Visualisierung im Kontext gemeinsam mit anderen Geodaten, kann über verschiedene Wege und in verschiedenen Apps erreicht werden. Die Platzierung in der Desktop-Software ArcGIS Pro ist in der Hilfe gut dokumentiert; über diesen Weg hat man die Möglichkeit, aus dem BIM-Modell einen Service auf ArcGIS Online oder in seinem eigenen ArcGIS Enterprise Portal zu veröffentlichen, so dass das Modell über Web-Anwendungen im gewünschten Koordinatensystem verfügbar wird. Somit können dann der Scene Viewer, also die 3D-Browser-Ansicht oder nachgelagert Anwendungen wie ArcGIS GeoBIM auf die Visualisierung zugreifen und die Volumenkörper auch in Analysen verwenden.
Ebenso besteht umgekehrt die Möglichkeit, über ArcGIS for AutoCAD Geodaten-Services in die entsprechenden Autodesk-Programme einzufügen.
User-freundlicher Upload im Browser
Die Anwenderfreundlichkeit steigt, wenn das Kombinieren der lagebezogenen Daten nicht nur in Expertensystemen, sondern auch direkt im Browser möglich ist. Zum Upload eines 3D-Modells im Browser über den Scene Viewer wird ein editierbarer 3D Object Layer (im gleichen Koordinatensystem wie die Szene) benötigt. Dieser kann über ArcGIS Pro erstellt und als Service veröffentlicht oder aber auch direkt im Portal über die eigenen Inhalte mit wenigen Klicks erzeugt werden. Im letzteren Fall entsteht immer ein Service in WGS 1984 Koordinaten, der in einer globalen Szene mit den von Esri zur Verfügung gestellten Basemap- und Elevation-Services kombiniert werden kann.
Darüber hinaus wird bei Files im .ifc-4x Format, sofern vorhanden, deren geografische Lage erkannt und es erfolgt eine Transformation des File-Koordinatensystems in das der Szene.
Ist darüber hinaus eine Virtual Reality Visualisierung gewünscht, kann diese äußerst einfach mit dem aktuell (12/25) noch im Beta-Stadium befindlichen XR Viewer für ArcGIS erfolgen: denn ohne eine Zeile Code oder Kenntnisse in Game Engines können hier ‚ganz normale‘ Web-Szenen im VR-Modus erlebt werden, auch unter Verwendung einer VR-Bille. Immersiv wird die Betrachtung, wenn Wettereffekte konfiguriert werden und für die als Service veröffentlichten 3D Modelle Texturmaterialen verwendet wurden, die die Lichtreflexionen wiedergeben können; dies ist zum Beispiel über ArcGIS CityEngine erreichbar.
Export von Geodaten als Basis für Planungen
Sollen nun nicht die Planungsmodelle im GIS-Umfeld, sondern die GIS-Daten in der Planungs-Software als Grundlage für Bauplanungen verwendet werden, gibt es neben ArcGIS for AutoCAD die Möglichkeit, 3D-Geodaten für die Weiterverwendung in AutoCAD bzw. Civil 3D und anderen Programmen zu exportieren.
Es stehen dazu folgende Varianten zur Verfügung:
- Über ArcGIS Pro (Standard/Advanced) können mit der Funktion Export 3D Objects z.B. .dwg oder .ifc-Files exportiert werden. Aus Kompatibilitätsgründen wird beim .ifc-Format bewusst die Version 2×3 geschrieben, die Verortung wird in Form von Projektion- (.prj) und WorldFile (.wld) herausgeschrieben.
- Über AutoCAD Forma und das kostenlose Plug-In ArcGIS für AutoCAD Forma können Geodaten als Services zunächst in Forma angezeigt und von dort aus auch als .ifc 4×3 (Stand Dez 25) exportiert bzw. nach Revit übergeben werden. Besonderheit bei diesem Weg ist, dass das ganze Proposal verwendet wird, also nicht nur einzelne Layer, sondern auch Geländemodell und andere geladene Geodaten.
- Mit ArcGIS CityEngine können Visualisierungen in das .ifc-Format erfolgen. Der Export erfordert hier zusätzlich den Support über ein Python-Skript, ist also prinzipiell möglich, allerdings nur mit Python- und Datenstruktur-Kenntnissen.
- Ebenso nicht ohne weitere Konfiguration ist ein Export über die Workbench der Data Interoperability-Erweiterung für ArcGIS Pro oder FME möglich, muss aber selbst mit der Exportlogik gefüllt werden.
Schlussfolgerung
Um Planungsmodellen die richtige geografische Lage zu geben und damit vielfältige Visualisierungen und Analysen mit den umgebenden Geo-Objekten zu ermöglichen, können über einfache Methoden Geodaten in die Planungssoftware oder Planungsdaten in die GIS-Umgebung gebracht werden. Zahlreiche Hilfeartikel, Blog-Artikel und e-Learning-Einheiten sind beim Start behilflich.
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