Die Erstellung qualitativ hochwertiger Gaussian Splats ermöglicht realitätsnahe 3D-Darstellungen aus Bilddaten und eröffnet neue Möglichkeiten für die Visualisierung komplexer räumlicher Strukturen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie durch sorgfältige Bildaufnahme und geeignete Verarbeitung in ArcGIS Reality die besten Ergebnisse für Ihre Gaussian-Splat-Projekte erzielen und welche Werkzeuge und Methoden dabei am effektivsten sind.
Wenn Sie eine fotorealistische 3D-Darstellung eines erfassten Gebietes benötigen und Ihre Assets mit hoher Präzision inspizieren müssen, sind Gaussian-Splatting-Layer eine ausgezeichnete Wahl. Mit diesem neu eingeführten Ausgabeprodukt aus dem 3D-Reality-Mapping lässt sich jedes Detail komplexer Umgebungen darstellen; die Ergebnisse können darüber hinaus mit anderen Layern in ArcGIS kombiniert werden. Sie erhalten einen hochauflösenden und skalierbaren 3D-Layer-Typ, der Ihren digitalen Zwilling und anhängige Workflows auf ein neues Niveau hebt.
Wie lassen sich Gaussian-Splatting-Layer in ArcGIS erstellen?
Seit November 2025 können Gaussian-Splatting-Layer in Reality-Mapping-Anwendungen wie ArcGIS Reality Studio, ArcGIS Drone2Map oder ArcGIS Reality for ArcGIS Pro aus Bildern erstellt werden, die durch Drohnen oder Luftbildkamerasysteme aufgenommen wurden. Anfang 2026 wird der Layer auch für Site Scan for ArcGIS verfügbar sein.

Bilder so erfassen, dass gute Ergebnisse entstehen
Eine gute Planung der Bildaufnahme ist entscheidend. Denn die Qualität und Detailgenauigkeit Ihrer Ergebnisse im Gaussian-Splatting-Layer hängen direkt davon ab, wie gut Ihre Szene mit Fotos abgedeckt ist.
Dazu müssen Sie bei der Planung Ihrer Flüge oder Kamerapositionen sicherstellen, dass jeder Teil Ihres Projektgebiets aus mehreren Blickwinkeln mit hoher Überlappung erfasst wird. Ähnlich wie bei herkömmlichen photogrammetrischen Verfahren erfordert die Erzeugung von Gaussian-Splatting-Layern eine noch bessere Abdeckung, um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Die Verfügbarkeit von Oblique-Bilddaten ist unerlässlich. Ohne diese werden wahrscheinlich Lücken und unscharfe Bereiche zu sehen sein. Wenn Sie Daten mit hoher Redundanz erfassen, erstellt der Algorithmus Gaussian-Splatting-Layer mit außergewöhnlichen geometrischen Details.

Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit einer gut überlappenden Abdeckung in verschiedenen Höhen, beispielsweise wenn Ihre Strukturen sehr hoch sind. Darüber hinaus sollten Sie auf eine geeignete Bodenauflösung (Ground Sampling Distance, GSD) achten, um hochpräzise Gaussian-Splatting-Layer zu erstellen.
Sie können die folgenden Flugmuster für Ihre Datenerfassung verwenden.
Bilder für Inspektionsworkflows erfassen
Wenn Sie Objekte wie einen Flugverkehrskontrollturm inspizieren möchten, können Sie Ihr Objekt mit einem Perimeter-Flugmuster erfassen. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Höhen mit einer starken Bildüberlappung abdecken, idealerweise über 80 %, um eine konsistente Abdeckung zu gewährleisten. Sie müssen Ihre Drohne in Kreisen in unterschiedlichen Entfernungen fliegen – sowohl in der Nähe als auch weiter entfernt vom Turm, um mehr Redundanz zu schaffen. Machen Sie auch Nadir-Aufnahmen (von oben nach unten), damit Sie jede Seite der Struktur erfassen. Nehmen Sie nach Möglichkeit auch Teile der Strukturen auf, die von oben nicht zu sehen sind, wie z. B. Dachüberstände. Nur Bereiche, für die Sie Bilder aufgenommen haben, werden in den Ergebnissen gerendert.

Bilder von Industrieanlagen oder städtischen Gebieten erfassen
Erfassen Sie Ihre Stadt oder Ihren Bezirk mit einer Drohne mit mehrerere verschiedene Kamerawinkel oder einem luftgestützten Sensorsystem. Streben Sie eine Überlappung von mindestens 80 % nach vorne und 60 % zur Seite an und halten Sie Ihre Bodenauflösung (GSD) bei mehr als 5 cm. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Sie feine Details von komplexen Gebäuden und in der Vegetation erfassen.
Nachdem Sie Ihre Daten erfasst haben, stehen Ihnen mehrere ArcGIS Reality-Produkte für die Datenverarbeitung zur Auswahl.

Flüge über große Gebiete verarbeiten
Wenn Sie ein großes Projektgebiet verarbeiten müssen – beispielsweise eine ganze Stadt –, können Sie ArcGIS Reality Studio verwenden, wobei Sie die Vorteile der verteilten Verarbeitung nutzen können. Dabei verwenden Sie mehrere Rechner und deren GPUs, um ein einheitliches Gaussian-Splatting-Layer-Ergebnis zu erzielen.
Drohnenflüge über kleine Gebiete verarbeiten
Wenn Sie sich für ein kleineres Gebiet wie ein Industriegebiet oder bestimmte Werksanlagen wie ein Umspannwerk interessieren, können Sie ArcGIS Drone2Map oder ArcGIS Reality for ArcGIS Pro verwenden, um die Daten zu einem Gaussian-Splatting-Dataset zu verarbeiten. In diesem Fall erfolgt die gesamte Verarbeitung auf einem einzigen Rechner. Da die zugrunde liegende Technologie, die die Reality-Mapping-Ergebnisse generiert, in allen ArcGIS Reality-Produkten identisch ist, ist die Qualität, die Sie erzielen können, identisch mit der von ArcGIS Reality Studio.
Große Datasets genau prüfen
Um große Gaussian-Splatting-Layer anzuzeigen, wird ein Ansatz gewählt, der auf Detaillierungsebenen basiert: Die Daten werden in mehrere Auflösungsstufen unterteilt – von einer sehr detaillierten Version bis zu einer zunehmend vereinfachten Version, um die Leistung zu optimieren. Bei der Visualisierung eines Gaussian-Splatting-Datasets in ArcGIS Pro oder dann zukünftig im Web wird die höchste Detaillierungsebene dargestellt, wenn Sie sich sehr nahe am Layer befinden, und weniger Details, wenn Sie herauszoomen.
Nachdem Sie sich für das ArcGIS Reality-Produkt entschieden haben, das für die Verarbeitung Ihrer Daten am besten geeignet ist, müssen Sie die zu verwendende Hardware berücksichtigen.

Welche Hardware wird benötigt, um Gaussian-Splatting-Layer zu erzeugen?
Sie benötigen ausreichende Rechenressourcen, um das Szenenmodell für Gaussian-Splatting-Layer zu optimieren. Unabhängig davon, ob Sie ArcGIS Reality Studio, ArcGIS Drone2Map oder ArcGIS Reality for ArcGIS Pro verwenden, sollte Ihre Hardware die folgenden Mindestanforderungen für Ihre GPU erfüllen:
- NVIDIA GPU: Rechenleistung 7.5 oder höher
- VRAM: mindestens 8 GB (16 GB oder mehr empfohlen)
Wenn Sie mit großen Bilddatenmengen arbeiten, beispielsweise von Luftbildsensoren, empfehlen wir Ihnen, auf allen Workstations, die an der Verarbeitung Ihrer Rekonstruktion beteiligt sind, mindestens eine GPU mit 16 GB Speicher zu verwenden.
Ihr VRAM ist während der Verarbeitung von Gaussian-Splatting-Layern ziemlich ausgelastet. Daher ist es wichtig, dass Sie andere GPU-intensive Anwendungen vor der Verarbeitung schließen, um Ressourcen freizugeben und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Fazit
Durch die Erstellung eigener Gaussian-Splatting-Layer können Sie Ihre GIS-Erfahrung auf ein neues Niveau heben. Eine sorgfältige Erfassung der zugrunde liegenden Bilddaten ist wichtig, aber das Ergebnis ist die Mühe wert – ein fotorealistisches 3D-Modell, das neue Möglichkeiten für die Erkundung und Analyse Ihrer Daten eröffnet.
Wir sind gespannt darauf, was Sie mit Gaussian-Splatting-Layern erstellen werden, und freuen uns über Ihre Erfahrungen und Ihr Feedback. Wenn Sie Ideen oder Fragen haben, treten Sie gern der ArcGIS Reality Community bei – Ihre Beiträge können die Zukunft von ArcGIS Reality mitgestalten.
Dieser Beitrag ist eine Übersetzung des amerikanischen Originalbeitrags.
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