Frox modernisierte seine Vermessungssoftware FX Survey durch die Migration von ArcGIS Engine auf das ArcGIS Maps SDK for .NET. Der Kundencase zeigt, wie eine moderne Architektur, mobile GIS‑Anwendungen und Offline‑Fähigkeit erfolgreich umgesetzt wurden.
Seit über zwanzig Jahren entwickelt die FROX GmbH ein Gold-Partner von Esri, innovative Softwarelösungen für die digitale Vermessung und die mobile Erfassung von GIS-Daten. Der Kundenstamm von über 450 Kundinnen und Kunden , darunter Behörden, Ingenieur- und Vermessungsbüros und Infrastrukturunternehmen, ist breit gefächert. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, hat Frox eine Reihe von Anwendungen für die digitale Vermessung und mobile GIS-Anwendungen entwickelt, darunter FX Smart, FX Reality, FX Collector und FX Survey
Das digitale Feldbuch FX Survey ist ein mobiles Vermessungsprogramm, das die Ansteuerung von High-End GNSS-Antennen und Tachymetern verschiedenster Hersteller ermöglicht. Die FX Lösungen vereinen Vermessung (Messfunktionen, Dokumentation, Instrumentensteuerung) und GIS (Objekte, Attribute, Regeln, Validierung, Darstellung, automatisierter Datenfluss) zu einem durchgängigen System. Die Software läuft auf vollwertigen Windows-Rechnern wie dem Panasonic Toughbook FZ-G2 und lässt sich nahtlos in bestehende IT-Umgebungen integrieren.

Die Herausforderung: Migration einer komplexen Anwendung von ArcGIS Engine zu einer neuen technologischen Basis
Frox ist seit über zwanzig Jahren innovativ in der Vermessungs- und Ingenieurssoftwarebranche tätig und sah sich mit technischen Herausforderungen konfrontiert. Der Hauptgrund für die Migration liegt in der Einstellung der zugrunde liegenden GIS-Technologie der Software ArcGIS Engine zum März 2026.
Zum anderen ist das Produkt FX Survey über viele Jahre entwickelt worden und die Codebasis ist stark angewachsen. Diese monolithische Softwarearchitektur stellt zunehmend Herausforderungen für Wartung, Updates und Innovationen dar.
Mit der Migration wird das Ziel verfolgt, die Architektur zu modernisieren, hin zu einer leichtgewichtigen Anwendung mit geringem Speicherbedarf. Die neue App ist für mobile Geräte und robuste Tablets ausgelegt. Außerdem wird die ArcGIS Umgebung weiterhin genutzt und auch die neuen Features wie z.B. neue Layertypen oder auch die schnellen Vektor-Kachel-Grundkarten finden Verwendung.
Frox benötigte performante Anwendungen für den nahtlosen Online- und Offline-Einsatz. Dank flexibler, eigenständiger Deployments können Apps nun nebeneinander auf den Geräten betrieben werden, was Wartung und Administration vereinfacht.

Die Lösung: Modernisierung mit dem ArcGIS Maps SDK for .NET von Esri
Um diese Herausforderung zu meistern, entschied sich Frox aufgrund seiner vorhandenen Kenntnisse in .NET und C# für das ArcGIS Maps SDKs for .Net von Esri.
Das SDK bringt wichtige Vorteile mit, darunter die moderne 64-Bit-Architektur und die Unterstützung der neuesten Microsoft .NET App-Entwicklungsplattform. Das asynchrone Design der ArcGIS API sowie die Unterstützung von neuen .NET-Funktionen ermöglichten es, die Anwendungen reaktionsschneller und robuster zu entwickeln.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der problemlosen Weiterverwendung der bestehenden Development Workflows, wie z. B. kontinuierlicher Integration und Bereitstellung (CI/CD). Dies spart Zeit und musste nicht neu implementiert werden.
Auch die Entwicklung der weiteren Apps von Frox, wie z. B. FX Smart und FX Reality, setzt das plattformübergreifende Desktop- und Mobil-Framework .NET Multi-platform App UI (.NET MAUI) ein. Somit konnte das Unternehmen dasselbe Mapping-SDK für andere mobile Vermessungs- und GIS-Anwendungen verwenden, die unter Android und iOS laufen.

Das ArcGIS Maps SDKs bietet die gängigen API-Funktionen für die Arbeit mit Online- und Offline-Daten. Auch in FX Survey wird diese Funktion genutzt, um sowohl Online- als auch Offline-Szenarien zu unterstützen und einen robusten und sicheren Datenzugriff vor Ort zu gewährleisten, sodass Außendienstmitarbeitende ihre Aufgaben auch bei eingeschränkter oder fehlender Netzwerkverbindung fortsetzen können.
Die Lizenzierung des ArcGIS Maps SDKs bietet mehrere Möglichkeiten, um den flexibel auf die Situation beim Endanwender zu reagieren. Mit der Variante Software as a Service (SaaS), also die Anmeldung mit einem Named User an ArcGIS Online, oder auch an ein selbsgehostetes ArcGIS Enterprise kann der Anwender sein gewohntes Login nutzen. Der jeweilige Benutzertyp bestimmt dabei, welcher Funktionsumfang verfügbar ist. Für Anwender, die bisher noch keinen ArcGIS Named User Zugang besitzen kann das ArcGIS Maps SDK auch standalone deployt und lizenziert werden.
Die Integration mit der ArcGIS Location Platform und ArcGIS Online ermöglicht den Zugriff auf gebrauchsfertige und leistungsstarke Grundkarten.
Schließlich reduzierten vertraute Grundkonzepte innerhalb des .NET Maps SDK in Verbindung mit umfangreicher Dokumentation, Beispielen, Tutorials und einer aktiven Online-Community die Lernkurve für das Entwicklungsteam erheblich.

Die Implementierung: Schrittweise Einführung von ArcGIS Maps SDK for .NET
Um seinem Entwicklungsteam und den Endbenutzenden einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, entschied sich Frox für einen schrittweisen Migrationsansatz zum ArcGIS Maps SDK for .NET.
In der ersten Phase der Migration wurden die ersten Funktionen mit dem ArcGIS Maps SDK neu implementiert. Gleichzeitig wurde in dieser Phase Wert daraufgelegt, die gesamte Anwendung lauffähig und testbar zu halten. Mit dem dualen Betrieb von der herkömmlichen Anwendung auf Basis von ArcGIS Engine und dem schrittweisen Hinzufügen von immer mehr Funktionen mit dem ArcGIS Maps SDK konnte die Anwendung getestet werden und Ansicht der Karte, Inhalte von Geodatabases sowie die Bedienung der App konsequent verglichen werden.
Der erste Schritt bestand darin, die Geschäftslogik, die GIS-Logik (Geographisches Infoirmationsystem) und die UI-Logik (User Interface) voneinander zu trennen. Als Nächstes abstrahierte Frox die Kernlogik und implementierte sie so, dass sie sowohl das neue .NET Maps SDK MapView UI-Steuerelement als auch das entsprechende ältere ArcGIS Engine MapControl unterstützte. Der letzte Schritt bestand darin, jede Funktion methodisch zu migrieren, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.
Nach und nach wurden die alten ArcGIS Engine Funktionen abgelöst, sodass in der folgenden Phase die Anwendung komplett mit den Funktionen aus dem ArcGIS Maps SDK arbeitet.
Ein entscheidender Workflow innerhalb von FX Survey ist die Möglichkeit, CAD-Pläne (Computer-Aided Design) zu importieren, sodass Benutzende diese Entwürfe visualisieren und mit ihnen interagieren können. Um diesen Workflow zu unterstützen, nutzte das Team die Funktionen des ArcGIS Maps SDK for .NET, um neue mobile Geodatenbanken auf dem Gerät zu erstellen, Tabellenschemata zu definieren und diese Tabellen mit Daten zu füllen.

Das Entwicklungsteam nutzte das in den Native Maps SDKs enthaltene Open-Source-Toolkit, das die Entwicklung durch Steuerelemente vereinfachte, die sofort einsatzbereit sind oder an spezifische Anforderungen angepasst werden können.
Frox verwendete das BasemapGallery-Steuerelement, um Endnutzerinnen und -nutzern einen einfachen Zugriff auf eine Auswahl leistungsstarker Grundkarten entweder aus der ArcGIS Location Platform oder aus ihren eigenen Organisationen zu ermöglichen. Frox nutzte außerdem das dynamische Legendensteuerelement, um Benutzenden das Verständnis der Symbole und Stile auf Karten zu erleichtern.
Die umfangreichen und tief integrierten Funktionen in FX Survey in Verbindung mit der Komplexität des bestehenden Codes machten die Umstellung zu einer großen Herausforderung, die über ein Jahr in Anspruch nahm. Wir können jedoch heute mit voller Überzeugung sagen, dass diese Entscheidung richtig war, da Leistung, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit auf ein völlig neues Niveau gehoben wurden.
Leiter Business Development
Christoph Babilon
Erfolgreiche Umstellung auf eine moderne Architektur
Frox hat seine technischen Herausforderungen erfolgreich gemeistert und den Übergang von einer traditionellen monolithischen Softwarearchitektur zu einer modernen Architektur vollzogen. Durch die Trennung von Geschäfts- und Präsentationslogik erreicht Frox Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Testbarkeit. Ein schrittweiser Migrationsansatz ermöglichte strenge Tests während des gesamten Prozesses und stellte sicher, dass die Tools, auf die sich Kundinnen und Kunden täglich für die Verwaltung kritischer Infrastrukturen verlassen, weiterhin präzise und genaue Ergebnisse liefern.
Als Kernstück seiner Lösungen setzt Frox das ArcGIS Maps SDK for .NET ein und nutzt dabei die Vorteile der modernen .NET-Anwendungsentwicklung, wie plattformübergreifende Unterstützung und Wiederverwendbarkeit von Code. Diese Entscheidung ermöglicht es dem Unternehmen, eine Reihe nativer Apps zu entwickeln, darunter mobile GIS-Angebote für Android und iOS.
Die Entwickler von Frox schätzen die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und Führungskräften von Esri sowohl über die Esri-Community-Kanäle als auch bei persönlichen Treffen während der internationalen Entwicklerkonferenzen von Esri. Diese Interaktionen ermöglichen es ihnen, Rat einzuholen, ihre Design- und Implementierungsstrategien zu bestätigen und sich über bevorstehende Releases auf dem Laufenden zu halten.
Maximierung des Potenzials mit ArcGIS
Ein wesentliches Merkmal der FX Survey/Collector-Lösung von Frox ist der effiziente, robuste und sichere Fluss digitaler Daten und Informationen zwischen den Außendienstmitarbeitenden und dem Backoffice. Als Teil des modernen ArcGIS-Systems unterstützen die Native Maps SDKs von Esri eine Reihe von Architekturmustern, darunter PaaS- und SaaS-Optionen wie ArcGIS Location Services und ArcGIS Online sowie die selbst gehostete Option von ArcGIS Enterprise.
Durch die Nutzung des flexiblen Lizenzmodells der Native Maps SDKs hat Frox Lösungen entwickelt, die sowohl für Anwenderinnen und Anwender mit und ohne bestehende ArcGIS-Implementierungen relevant sind. Es kann mit lokalen Projekten und mit cloudbasierten Projekten gearbeitet werden. Über den ArcGIS Named User besteht eine direkte Anbindung an die ArcGIS Cloud und ermöglicht so das vernetzte Arbeiten von den windowsbasierten Produkten FX Survey und FX Collector mit FX Smart und FX Reality, die auf Android- und iOS-Plattformen laufen.
Dieser Artikel ist die deutsche Übersetzung des englischen Originalbeitrags:
Weitere Informationen zu den ArcGIS Maps SDKs for native Apps finden Sie auf unserer Website. Ausführliche Dokumentationen finden Sie auf der Esri-Entwickler-Website.





