Out of the box Bauwerksmodelle in ihrer zukünftigen Umgebung visualisieren? Auf Mobilen Devices ohne Internetverbindung? Klar: mit der ArcGIS Earth Mobile App geht das jetzt ganz einfach.
Immer häufiger sehen wir den Bedarf, dass Visualisierungen von geplanten Bauwerken nicht nur im Büro zur Verfügung stehen, sondern auch im Gelände bzw. auf der schon begonnenen Baustelle.
AR – Augmented Reality ist hier also der Ansatz: In der Kamera des mobilen Handheld muss das geplante Bauwerk mit dem Sichtbaren überlagert werden. Das klingt erst mal nicht sehr kompliziert; schließlich gab es den AR-Modus für Pokémon-Go schon vor zehn Jahren.
Relevante Parameter im Überblick
Doch da es sich bei Geodaten nicht um Tiger oder andere Figuren dreht, die einfach vor der Kamera eingeblendet werden, sondern um Objekte mit einem realen Raumbezug, müssen viele Faktoren zusammenpassen:
- die Ausrichtung des Gerätes bezüglich der Himmelsrichtung
- die Neigung des Gerätes
- die Kippung des Gerätes
- die Position des Gerätes, also die Koordinaten des Standpunktes
- die Transformation der Geodaten, die ggf. ein anderes Koordinatensystem aufweisen, auf den Gerätestandort
- der Informationsabgleich zwischen dem sichtbaren Kamera-Bereich, der Geräte-Lagerung und den Geodaten.
Nur wenn alle Parameter zusammenpassen, ist eine sinnvolle Überlagerung möglich.
Mobile Version von ArcGIS Earth
Seit längerem schon bietet Esri für Entwickler über developers.arcgis.com Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenen AR-App an. Darauf basierend haben internationale Partnerfirmen wie in Citu & (mit inCituAR), Argis (mit Argis Lens) oder die deutsche frox IT (mit FX Reality) Lösungen geschaffen.
Im Februar diesen Jahres kam eine kleine, einfachere und sogar kostenfreie Lösung hinzu: in der mobilen Version von ArcGIS Earth gibt es nun einen im Beta befindlichen world-scale AR-Modus, siehe auch What’s New in ArcGIS Earth Mobile (February 2026).
Ein einzelner Layer, der in der wenig beachteten Anwendung visualisiert wird, kann per Knopfdruck im AR-Modus mit der Kamera überlagert werden, wahlweise auf einem Untergrund/Tisch (= table-top-AR) oder in der realen Welt.
Man kann sich vorstellen, dass bei einer Bewegung der Kamera gerade der ständige Abgleich zwischen den beteiligten Komponenten ein rechenintensiver Prozess ist. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass nicht beliebig große Datenmengen im AR-Modus geladen werden können und das Device über ausreichend allokierbaren Speicher verfügen muss.
Wie der world-scale AR-Modus funktioniert
Damit der world-scale AR-Modus gut funktioniert sind folgende Faktoren zu beachten:
- Vom zu überlagernden Bauwerk sollte möglichst nur die Aussenhülle visualisiert werden.
- Ein externes GPS muss angeschlossen sein, um eine genauere Position zu erlangen.
- Das externe GPS sollte genügend viele Satelliten empfangen können.
- Ein Korrekturservice sollte die GPS-Position verbessern.
- Das mobile Gerät sollte einige Zeit an derselben Stelle verharren, damit die Positions-Korrekturen greifen können.
- Eine Markierung, z.B. ein Vermessungsstab, sollte im Kamerabild sichtbar sein und einen Eckpunkt des geplanten Bauwerks kennzeichnen. Nur dann kann die Lage der Geodaten durch eine manuelle 4-Paramter-Korrektur, also eine Verschiebung auf den 3 Achsen und eine Drehung, mit den aktuellen Geräteinformationen abgeglichen werden.
Und nicht vergessen: Ein Feedback zur Beta-Funktionalität kann gerne über die ArcGIS Earth – Esri Community gegeben werden.






