Auch wenn es für das jeweilige Unternehmen ein Ziel ist, die Geschäftsdaten zentral zu verwalten, kann es bei bestimmten Prozessen notwendig werden, Teildatenbestände zu kopieren und weiterzugeben.

Je nachdem, ob Änderungen an diesen Kopien erfolgen sollen, wann und wie häufig die Kopien aktualisiert werden müssen, oder ob Änderungen an den Kopien auch wieder in den zentralen Bestand übernommen werden müssen, gibt es dafür unterschiedliche Möglichkeiten der technischen Implementierung. Eine davon ist die „Verteilte Geodatabase“ mit Hilfe von Replikationen. Diese aus ArcMap bekannte Möglichkeit steht jetzt auch in ArcGIS Pro 2.5 zur Verfügung.

Typen von Replikationen

Es gibt 3 Typen von Replikationen. Für alle Typen müssen traditionell versionierte Daten aus einer Enterprise Geodatabase verwendet werden

  • Check-Out-/Check-In-Replikation: Daten werden als Child-Replikat in eine File-Geodatabase oder eine Enterprise Geodatabase repliziert. Dort können die Daten bearbeitet werden. Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird das Child-Replikat mit dem Parent-Replikat synchronisiert. Danach können mit dem Child-Replikat keine weiteren Änderungen synchronisiert werden. Dies entspricht der seit ArcGIS 8.3 verfügbaren entkoppelten Bearbeitung.
  • Unidirektionale Replikation: Mit diesem Typ können Datenänderungen beliebig oft in eine bestimmte Richtung gesendet werden, entweder vom Parent-Replikat an das Child-Replikat oder umgekehrt. Beim Erstellen eines unidirektionalen Child-zu-Parent-Replikats muss sowohl das Child-Replikat als auch das Parent-Replikat in einer ArcSDE-Geodatabase gehostet werden. Bei einem Parent-zu-Child-Replikat kann das Child-Replikat auch in einer File-Geodatabase erzeugt werden.
  • Bidirektionale Replikation: Hier können mehrmals Datenänderungen vom Parent-Replikat an das Child-Replikat oder vom Child-Replikat an das Parent-Replikat übermittelt werden. Beide Replikate müssen dazu in einer Enterprise Geodatabase enthalten sein. Wenn in beiden Replikat-Geodatabases das gleiche Feature bearbeitet wurde, wird dies bei der Synchronisierung als Konflikt erkannt. In den Abgleichungsrichtlinien ist festgelegt, wie solche Konflikte gelöst werden.

Vorbereitung der Daten für Replikationen

Mit ArcGIS Pro können ausschließlich in Pro bearbeitbare und prinzipiell nur traditionell versionierte Daten repliziert werden.

  • Der Anwender muss Schreib- und Leserechte auf die Daten haben.
  • Der Anwender muss Daten erstellen dürfen.
  • Alle Daten müssen als traditionell versioniert registriert sein – ohne die Option zum Verschieben von Änderungen in die Basistabelle.
  • Ausnahme bei der Check-Out-/Check-In-Replikation: auch nicht versionierte Daten können ausgecheckt werden.
  • Zusätzlich bei Unidirektionaler und bei bidirektionaler Replikation: Jeder Datensatz muss über eine GlobalID verfügen.
  • Bei unidirektionaler Replikation kann auch die Archivierung an Stelle der Versionierung zur Nachverfolgung von Änderungen verwendet werden.

Funktionen für die Bearbeitung von Replikationen in ArcGIS Pro

Funktionen für die Erstellung und Verarbeitung von Replikationen in ArcGIS Pro finden sich im Kontextmenü der Datenbankverbindung.

Im neuen Gewand: der „Replikat-Manager“:

Die verfügbaren Werkzeuge zum Erstellen einer Replikation und für die Synchronisation finden sich im Toolset „Verteilte Geodatabase“ unter den Werkzeugen zum Daten Management.

Geodatabase-Replikationen und ArcGIS for Server

Wenn mit ArcCatalog oder ArcMap ein Geodatendienst erstellt wurde, kann dieser in ArcGIS Pro zum Synchronisieren von Replikaten verwendet werden. Die Geodatabase-Replikationstools unterstützen lokale Geodatabases über Datenbank-Verbindungen und Remote-Geodatabases über Geodatendienste. Wo immer eine Datenbank-Verbindung zu einer Geodatabase erforderlich ist, kann stattdessen ein Geodaten-Dienst als Eingabe verwendet werden.