Das Juni Update von ArcGIS Field Maps wurde parallel zu ArcGIS Online für die Android- und die iOS-Version veröffentlicht. Es bringt einige sehr spannende Neuerungen, die das Einsatzgebiet von Field Maps stark erweitern.

Dazu gehört die lokale Nutzung von Geofences und die Unterstützung von Utility Network-Diensten. Positionierung ist nicht mehr ‚nur‘ mit GPS möglich, sondern auch mit IPS (Indoor Positioning System). Zusätzlich werden auch noch GPS-Metadaten für in der App erfasste Linien und Flächen erzeugt.
Außerdem gibt es Lizenz-Änderungen, die aber im Wesentlichen nur Umbenennungen sind.

Geofences

ArcGIS Field Maps unterstützt das Hinzufügen von Geofences zu Ihren Karten, so dass mobile Benutzer:innen gewarnt werden können, wenn sie gefährliche oder gesperrte Bereiche betreten oder im Projektgebiet angekommen sind. Außerdem können sie die Positionsfreigabe auf das Projektgebiet oder das Firmengelände beschränken.

Geofencing wird von der neuen ArcGIS Geotrigger-Funktion unterstützt. Geotrigger überwachen benutzerdefinierte Bedingungen auf einem mobilen Gerät in Echtzeit, die Aktionen in der mobilen Anwendung starten.

Geofences sind in FieldMaps mit einem Projekt verknüpft. Die ausgelösten Aktionen laufen lokal auf dem Gerät ab und benötigen keinen Online-Dienst. Die Aktionen erfolgen sowohl im Vordergrund, wenn die App läuft, als auch im Hintergrund, wenn das mobile Gerät ausgeschaltet ist.

Momentan werden zwei Arten von Aktionen unterstützt:

Positionsfreigabe: Die Positionsfreigabe (also das Senden der Positionen in Ihr ArcGIS Backend) startet oder stoppt, wenn ich mit meinem Gerät ein Gebiet betrete oder verlasse. Ich kann also die Positionsfreigabe auf ein Gebiet (z.B. das Projektgebiet) beschränken oder die Positionsfreigabe für definierte Gebiete verhindern.

Positionshinweis: Bei Betreten oder Verlassen eines Gebietes bekomme ich einen Warnhinweis. Das ist nützlich, wenn ich vor bestimmten Gebieten gewarnt werden soll oder für Hinweise, wenn ich mich in meinem Arbeitsgebiet befinde.

Abb. 1: Definition eines Geofence-Gebietes
Video: Geofences in Aktion in ArcGIS Field Maps

Utility Networks

Utility Networks bieten einen umfassenden Rahmen für die Modellierung von Leitungssystemen wie Strom, Gas, Wasser, Regenwasser und Abwasser. Es wurde entwickelt, um einen digitalen Zwilling aller Komponenten zu modellieren, aus denen Ihr System besteht – wie z. B. Leitungen, Rohre, Ventile, Zonen, Geräte und Schaltkreise. Das Utility Network ermöglicht es Ihnen, reales Verhalten in die modellierten Netzwerkfunktionen einzubauen.

Ein Utility Network wird in ArcGIS Pro vorbereitet, veröffentlicht und in eine ArcGIS Enterprise Umgebung freigegeben. Die erstellen Dienste können Sie in der mobilen App ArcGIS Field Maps öffnen und nutzen.

Zu den unterstützten Funktionen des Versorgungsnetzes gehören:

  • Anzeigen von Zuordnungen innerhalb des Netzes, einschließlich Konnektivität, strukturelle Anhänge und Containment.
  • Verfolgung (Trace) eines Netzwerks, um Ergebnisse basierend auf der räumlichen Anordnung und der Repräsentation von Geräten innerhalb des Netzes zu erhalten.
Abb. 3: Utility Network Layer in ArcGIS Field Maps

Hinweis! Das Bearbeiten von Features, die Teil des Netzwerkes sind, wird derzeit noch nicht unterstützt.

Indoor Positionierung

ArcGIS Field Maps funktioniert natürlich nicht nur im Freien, sondern auch in Innenräumen. Vor einigen Releases wurde schon die Unterstützung für Karten mit Geschoßflächen (floor-aware) hinzugefügt, die mit ArcGIS Pro erstellt und veröffentlicht oder in ArcGIS Online konfiguriert wurden.

Neu hinzugekommen ist mit dieser Version die Integration von ArcGIS IPS in Field Maps, um eine genaue Geolokalisierung in Innenräumen zu ermöglichen.
Wenn Sie eine Karte in der Field Maps App öffnen, die für IPS konfiguriert ist, erkennt Field Maps automatisch IPS-Beacons innerhalb eines Gebäudes und nutzt diese, um Ihren Standort in der App zu finden. Sie erkennen eine IPS-Standortbestimmung daran, dass das Banner über der Karte die IPS-Genauigkeit anstelle der GPS-Genauigkeit anzeigt.
Wenn Sie auf das Banner tippen, erhalten Sie zusätzliche IPS-Details wie die Positionsqualität, die Anzahl der Sender, den Quellentyp und die Etage.

Abb. 4: Indoor Positionierung

ArcGIS Field Maps bestimmt automatisch die am besten geeignete Ortungsquelle – IPS oder das integrierte GPS des Geräts. Wenn Sie sich in ein anderes Stockwerk des Gebäudes begeben, wird die Karte automatisch aktualisiert, um das Stockwerk anzuzeigen, in dem Sie sich befinden.

GPS-Metadaten für Linien und Flächen

Zusätzlich zu den eigentlichen Koordinaten der Features können Sie auch GPS-Metadaten speichern, die mit diesem Feature verbunden sind, wie z. B. die Genauigkeit und den Fix-Typ.
Die Erfassung dieser Metadaten kann nützlich sein, um die Datenqualität zu bewerten und sicherzustellen, dass die Datenerfassungsstandards eingehalten wurden.

Wenn Sie GPS-Metadatenfelder in Ihren Feature-Layer aufnehmen, kann Field Maps beim Bearbeiten von Features GPS-Metadaten in die entsprechenden Felder schreiben.

Abb. 5: Hinzufügen von Feldern für GPS-Metadaten

Gruppenwerte

Layer mit Gruppenwerten werden seit dem Mai 2022 Release in ArcGIS Field Maps unterstützt. Bei Layern mit Gruppenwerten hängen die möglichen Werte eines Feldes von den Inhalten anderen Felder ab. Die Nutzung von Gruppenwerten kann die Geschwindigkeit und v.a. die Qualität bei der Datenerfassung stark erhöhen.

Gruppenwerte werden jetzt auch für Offline-Layer unterstützt. Außerdem ist das Konfigurieren eines Projektes für Field Maps komfortabler geworden.

Sobald für einen Layer in ArcGIS Pro Gruppenwerte definiert wurden, tauchen sog. Feldgruppen bei der Definition von Formularen für Field Maps auf.

Sobald eine solche Feldgruppe zum Formular hinzugefügt wird, werden auch alle gruppierten Felder in ein Gruppenelement des Formulars hinzugefügt. Der Konfigurationsaufwand für ein leicht lesbares und nutzbares Formular ist wesentlich geringer.

Abb. 6: Feldgruppen für Formulare in ArcGIS Field Maps
Abb. 7: Feldgruppe in einem fertigen Formular

Lizenz-Änderungen

Keine Sorge, es sind vor allem Namensänderungen und ein Lizenz-Wechsel. Die notwendigen Änderungen sind in Ihrer ArcGIS Online Organisation schon vorgenommen worden. Sie müssen weder neue Lizenzen zuweisen, noch andere Lizenzen erwerben.

Mobile Worker ist der neue Name für den User Type Field Worker. Es gibt keine funktionalen Änderungen. Alle Apps sind weiterhin so lizenziert wie gewohnt. Inklusive Location Sharing.

Die App ArcGIS Tracker wurde schon vor einiger Zeit abgekündigt. Und jetzt wurde auch die zugehörige Lizenz abgeschafft. Die ArcGIS Tracker-Lizenz wurde durch die User Type Extension Location Sharing ersetzt. Wenn Sie im Besitz einer ArcGIS Tracker-Lizenz waren, wurde diese automatisch durch Location Sharing ersetzt.

Die Location Sharing-Lizenz ist notwendig, um die Funktionen der Positionsfreigabe zu nutzen. Diese User Type Extension ist integraler Bestandteil des User Type Mobile Worker.

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