Dieser Blog-Artikel ist eine Erweiterung eines älteren Community-Beitrags. Der originale englische Blog-Artikel kann hier nachgelesen werden. Dabei wird ein Workaround eines bekannten Verhaltens in ArcGIS Pro vorgestellt.
Im folgenden beschriebenen Workaround wird ArcGIS Pro verwendet, um eine Raster-Klassifizierung zu definieren. Anschließend wird das Ergebnis mit einem kleinen benutzerdefinierten Geoverarbeitungswerkzeug in eine universelle Vorlage für Raster-Funktionen für ArcGIS Pro, ArcGIS Image Server und ArcGIS Online umgewandelt.
Klassifizierung von Rasterdaten in ArcGIS Pro
Die Rasterklassifizierung und damit einhergehend, eine aussagekräftige Legende helfen, Daten zu verstehen und Ergebnisse zu kommunizieren. Der ArcGIS Pro-Workflow zur Rasterklassifizierung unterstützt bei der Definition einer aussagekräftigen Klassifizierung für verschiedenste Raster-Layer. Mit Hilfe eines benutzerdefinierten Werkzeugs kann das Ergebnis dann im gesamten ArcGIS-System verwendet werden.
Die hier bereitgestellte Toolbox unterstützt nur den Renderer Klassifizieren.

Obwohl alle in der Eingabe definierten Farbenmodelle akzeptiert werden, wird das Ausgabe-Farbenmodell immer in RGB plus Alpha umgewandelt.

Die Toolbox wird als einsatzbereit bereitgestellt, um zu zeigen, was möglich ist; sie ist nicht im Umfang des Supports oder der Wartung enthalten und es werden keine Updates bereitgestellt.
Eine klassifizierte Raster-Funktionsvorlage erstellen
Im ersten Schritt sind folgenden Schritte auszuführen, um eine Basisvorlage zu erstellen:
- Beliebiges Raster in ArcGIS Pro hinzufügen, das geeignete Daten für die Klassifizierung enthält. Beispielsweise können dies Höhen-, Geschwindigkeits-, Temperatur- oder andere Daten sein, die bereits in Einzelwerte klassifiziert sind.
- Modus des Raster-Layers auf Streckung einstellen, damit die Klassifizierungsfunktionen in ArcGIS Pro verfügbar werden.

- Im Bereich Symbolisierung für diesen Layer: wechseln auf die Kategorie Klassifizieren, um eine Klassifizierung festzulegen. Die Symbolisierung des Layers wechselt zu einer Standardklassifizierung, die angepasst werden kann. Weitere Informationen zur Symbolisierung von Bilddaten sind in der Hilfedokumentation zu finden.

- Exportieren der angepassten Klassifizierung in eine Raster-Funktionsvorlage im Bereich Symbolisierung.

- Im Bereich Raster-Funktionen: Benennen und Kategorisieren der Vorlage im Abschnitt Benutzerdefinierte Raster-Funktionen.
- Verwenden der Standard-Exportfunktion, um die Vorlage in eine auf der Festplatte gespeicherte RFT-Datei zu exportieren. Weitere Informationen dazu sind unter Exportieren von Symbolisierung als Raster-Funktionsvorlage zu finden.

Wenn die exportierte RFT-XML-Datei in einem Texteditor geöffnet wird, sieht man, dass die Klassen, Legendenelemente und Farbdefinitionen in einer gerenderten Raster-Funktion codiert sind, bei der es sich um eine nicht bearbeitbare interne Raster-Funktion von ArcGIS handelt. Diese Vorlage kann im Raster-Funktions-Editor nicht weiter konfiguriert werden.
Bei Anwendung der Raster-Funktion in ArcGIS Pro, im Map Viewer oder über den ArcGIS Image Server werden die Daten zwar mit der richtigen Klassifizierung im Kartenausschnitt angezeigt, die Legende wird jedoch nur als Standard-RGB-Legende dargestellt:

Mit ArcGIS Pro können Raster klassifiziert und die Klasseneigenschaften definiert werden, die in Raster-Funktionsvorlagen mit der gerenderten Raster-Funktion gespeichert werden können. Bei erneuter Anwendung dieser Funktion wird jedoch nicht die vollständige Legende zurückgegeben. Alternativ können die Raster-Funktionen Neuzuordnung und Attributtabelle kombiniert werden, wobei hier die Definition der Klassen und Symbole weniger vielseitig ist, dafür aber die vollständige Legende zurückgegeben wird. Die Lösung besteht darin, die XML-Datei aus dem Raster-Rendering der XML-Datei aus den Funktionen Neuzuordnung und Attributtabelle zuzuordnen. Dies kann mit dem Sample-Werkzeug umgesetzt werden, jedoch nur für den Renderer der Kategorie Klassifizieren.
Die benutzerdefinierte Python Toolbox
Die verschlüsselte Python Toolbox kann nun von ArcGIS Online heruntergeladen, gespeichert und in ArcGIS Pro als Toolbox hinzugefügt werden. Sie sollte dann unter den Toolboxen im Katalogfenster erscheinen.
- Auswählen der exportierten Raster-Funktionsvorlage als die zu konvertierende Eingabe.
Nach dem Hinzufügen der RFT-Datei wird eine Anforderungsprüfung und -analyse durchgeführt und in der Textzeile File Information angezeigt. Wenn die RFT-Datei diesen Test nicht besteht, kann sie nicht konvertiert werden.

- Im Abschnitt File Outputs wird die Ausgabedatei im RFT-Format angegeben oder die Standardeinstellung beibehalten. Optional können CSV-Dateien ausgegeben werden, die die Remap-Tabelle und die Attributtabelle darstellen, die nach der Konvertierung generiert und verwendet werden können.

- Optional können im letzten Abschnitt des Werkzeugs Argumente und Funktionen festlegelegt werden.
- Für eine übersichtlichere Legendenanzeige können die Werte auf die angegebene Anzahl von Dezimalstellen gerundet werden.
- Namen der Vorlage, der in ArcGIS Pro, ArcGIS Server und ArcGIS Online angezeigt werden soll.
- Festlegen des anzuzeigenden Text für die Legendenüberschrift. Bitte auf den unten aufgeführten Hinweis achten, bevor dieser Wert bearbeitet wird.
- Maßeinheit eingeben und festlegen, die zu den Legendenwerten hinzugefügt werden soll.

In diesem Beispiel wird die resultierende Vorlage mit den angewendeten Einstellungen nun konvertiert und auf der Festplatte gespeichert.
- Importieren der benutzungsdefinierten Raster-Funktionsvorlage zurück in ArcGIS Pro. Die Vorlage kann ebenso in ArcGIS Online hochgeladen oder auf ein Dataset angewandt werden, welches mit ArcGIS Image Server bereitgestellt werden soll.

In dieser Übersicht sieht man:
- Die Legendenüberschrift entspricht der Angabe im Parameter Legend Header String des Werkzeugs.
- Die Zahlen werden auf die im Parameter Decimal Places angegebene Anzahl von Dezimalstellen gerundet.
- Hinweis: nach jedem Wert wird eine Einheitenzeichenfolge hinzugefügt, falls dies so im Parameter Unit String angegeben wurde.
Wenn Sie sie im Raster-Funktionseditor öffnen, werden nun die Funktionsfelder Neuzuordnung und Attributtabelle angezeigt. Die resultierende Vorlage kann in ArcGIS Pro, mit Image Services in ArcGIS Enterprise und ArcGIS Online verwendet werden und verhält sich identisch.
Hinweis: Der Standardwert für den Parameter Legend Header String ist ClassName. Wenn Sie diesen Wert mit diesem Werkzeug ändern, erhalten Sie eine funktionierende Raster-Funktionsvorlage. Sie können jedoch die Funktion Attributtabelle im Vorlagen-Editor für Raster-Funktionen nicht bearbeiten, da der Name des Knotens in der XML-Datei vom Editor nicht erkannt wird. Wenn Sie die Attributtabelle interaktiv bearbeiten möchten, belassen Sie den Parameter Legend Header String auf ClassName.




