Dieser Beitrag bietet eine Anleitung für Nutzer:innen, die bereits vorhandene Oriented Imagery Catalog mit Oriented Imagery Classic erstellt haben und nun auf das offiziell unterstützte Format Oriented Imagery-Dataset und Oriented Imagery-Layer migrieren müssen.
Wenn Sie heute bereits Oriented Imagery verwenden, kennen Sie die grundlegenden Konzepte. Dieser Beitrag konzentriert sich speziell auf Migrationspfade, unterstützte Optionen und notwendige Änderungen. Die Abkündigung von Oriented Imagery Classic wurde im Januar 2025 angekündigt, und mit dem ArcGIS Online Update im Februar 2026 wurde es nun offiziell außer Betrieb genommen.

Warum auf das neue Format migrieren?
Oriented Imagery Classic war eine prototypische Implementierung für nicht-kartografische Bilddaten, einschließlich des Oriented Imagery Catalog-Datenmodells. Es wurde jedoch nie als offiziell unterstütztes Produkt veröffentlicht.
Die Oriented Imagery-Funktion ist nun vollständig in das ArcGIS System integriert. Oriented Imagery-Layer, die die früheren Oriented Imagery Catalog ersetzen, werden als vollwertiger LayerTyp in allen ArcGIS Anwendungen unterstützt.
Classic-Format vs. aktuelles Format
Ein Oriented Imagery Catalog bestand aus:
- Einem Punkt-Feature-Layer, der die Kamerapositionen definiert, mit Attributen für Orientierung und Bildmetadaten
- Einem optionalen Vektorkachel-Layer, der die Bildabdeckung zeigt
- Einer separaten JSON-Datei, die Layerweite Eigenschaften definiert
Diese Komponenten konnten lokal geteilt oder als drei separate Elemente in ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise veröffentlicht werden.
Ein Oriented Imagery-Layer ist ein Punkt-Feature-Layer, bei dem:
- die Punktgeometrie die Kameraposition definiert,
- die Feature-Attribute Orientierung und weitere zentrale Bildmetadaten festlegen,
- die Layereigenschaften layerweite Metadaten definieren.
Die Datenquelle für einen Oriented Imagery-Layer kann ein Oriented Imagery-Dataset sein (erstellt und verwaltet in ArcGIS Pro) oder ein Feature-Service, der einen solchen Layer enthält.
Ein optionaler Footprint-Layer, der die Bildabdeckung zeigt, kann in den Eigenschaften des Datensatzes definiert oder beim Feature-Service als zusätzlicher Layer veröffentlicht werden.
Was ist notwendig, um weiterzuarbeiten?
Es kann dazu kommen, dass Sie Ihre Bilder, Metadaten und/oder Anwendungen aktualisieren müssen. Dies hängt ab von:
- dem Speicherort Ihrer Bilder
- der Art, wie Ihr Classic-Catalog erstellt wurde
- den Anwendungen, die die Bilddaten nutzen
Die folgenden Abschnitte führen Schritt für Schritt durch die notwendigen Entscheidungen.

Schritt 1: Wählen Sie eine unterstützte Bildhosting-Option
Bevor Sie ein neues Oriented Imagery-Dataset erstellen, müssen Ihre Bilder über eine unterstützte Methode bereitgestellt werden.
Unterstützte Hosting-Optionen
Nutzer können Bilder über folgende Optionen hosten:
- Öffentlicher Cloud-Speicher (z. B. Azure Blob, Amazon S3)
- Sichere Feature-Attachments innerhalb eines Oriented Imagery-Layers in ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise
- Sicherer Speicher eines Drittanbieters über einen Custom Data Feed (ArcGIS Enterprise 11.5 oder neuer)
Das Hosting über einen lokalen Webserver (z. B. IIS) ist ebenfalls möglich. Lokale Dateien werden für reine Desktop-Workflows unterstützt.
Hinweis: In Oriented Imagery Classic war ein sicherer Zugriff über einen eigenen Token-Server möglich. Dieser Mechanismus wird im aktuellen System nicht mehr unterstützt. Esri arbeitet an einer sicheren Hosting-Option innerhalb von ArcGIS Enterprise, die zukünftig empfohlen wird.
Hosting-Szenarien und was zu tun ist
- Bilder bereits im Cloud-Speicher oder auf einem lokalen Webserver: Für diese Variante sind keine Änderungen notwendig. Die Bilder können direkt im neuen Dataset referenziert werden.
- Bilder als Feature-Attachments in einem Classic-Catalog: Sie haben drei Möglichkeiten:
- Neuaufbau mit lokalen Originalbildern
- Bilder herunterladen und beim neuen Publishing erneut als Attachments hochladen
- Einen Python-Workflow (bald verfügbar) nutzen, der Classic-Layer direkt konvertiert
- Bilder sicher gehostet: Wenn Sie vorübergehend Bilder sicher in einem Drittanbieter-Speicher hosten müssen, verwenden Sie einen Custom Data Feed in ArcGIS Enterprise. Langfristig wird empfohlen, auf die kommende sichere Enterprise-Hosting-Lösung zu wechseln.
Schritt 2: Erstellen eines neuen Oriented Imagery-Datasets
Esri empfiehlt dringend, auf die Originalquelldaten zurückzugreifen.
In ArcGIS Pro:
- Oriented Imagery-Dataset erstellen ausführen (leere Struktur erstellen)
- Bilder zu Oriented Imagery-Dataset hinzufügen ausführen (Metadaten befüllen)
Welche Eingaben notwendig sind, hängt davon ab, wie Ihr Classic-Catalog ursprünglich erstellt wurde.
Wenn der Classic-Catalog aus EXIF/XMP-Tags erzeugt wurde
- Liste von Bild-URLs, Dateipfaden oder ein Ordner genügt
- Bildnamen sind nicht erforderlich
- Bilder müssen erreichbar sein (z. B. öffentlich im Cloud-Speicher)
Beim Ausführen von Add Images To Oriented Imagery-Dataset liest das Tool EXIF/XMP automatisch aus und trägt die nötigen Felder ein.
Wenn der Classic-Catalog aus einer CSV-Tabelle erzeugt wurde
- Eine neue Tabelle entsprechend dem aktuellen Schema erstellen
- Die ursprüngliche Tabelle kann oftmals weiterverwendet werden
- Falls nötig: Attributtabelle + Geometrie aus dem Classic-Catalog exportieren
- Empfehlungen:
- Den aktuellen Schemafeldnamen folgen (einige Namen haben sich geändert)
- Orientierung als getrennte Werte (Heading/Pitch/Roll oder Omega/Phi/Kappa) statt des alten CamOri-Strings
- Geometrie und Orientierung vor dem Veröffentlichen validieren
Wenn Image Services oder Mosaik-Datasets verwendet wurden
- Image Services werden nicht mehr unterstützt
- Mosaik-Datasets können weiterhin genutzt werden, benötigen aber ein unterstütztes Bildhosting
- Wenn kein Zugriff auf das ursprüngliche Mosaik-Dataset besteht:
- Entweder neu beginnen
- Oder Geometrie + Attributtabelle aus dem Classic-Catalog exportieren
Schritt 3: Footprints erstellen & veröffentlichen
Sobald das Dataset vollständig ist:
- Oriented Imagery-Footprint berechnen ausführen (Coverage-Layer erzeugen)
- Service aus Oriented Imagery-Dataset generieren ausführen (Layer veröffentlichen). Je nach Hosting:
- Bei Attachments: Bilder während der Veröffentlichung hochladen
- Bei Cloud-/Webserver-Referenzen: Kein Upload erforderlich
Schritt 4: Aktualisieren von Client-Anwendungen
Nach der Veröffentlichung müssen alle Anwendungen überprüft werden. Jede Anwendung, die Classic-URLs verwendet, muss aktualisiert werden.
Experience Builder
Wenn Ihre App das Oriented Imagery Classic-Widget nutzt, muss sie neu erstellt werden mit:
- Dem Oriented Imagery-Viewer Widget, auch „Ausgerichtete Bilddaten (Classic)“, oder
- Den Sidebar– bzw. 3D-Viewer-Instant-App-Vorlagen
Das Classic-Widget wurde mit dem Februar-Update aus ArcGIS Online entfernt.

Sonderfälle
Von ArcGIS QuickCapture erstellte Catalogs
Nutzer:innen von QuickCapture sollten den verlinkten Blog nutzen, um bestehende Classic-Layer direkt im Designer in das neue Format zu überführen.
Noch nicht unterstützte Funktionen
Folgende Features sind derzeit nicht verfügbar, aber für 2026 geplant:
- Videos als Quelldaten
- Überlagerung von Bildern in einer 3D-Szene (aktuell Beta-Funktionalität)
Wenn diese Funktionen kritisch sind, empfiehlt sich weiterhin der temporäre Einsatz von Oriented Imagery Classic.
Abschließende Empfehlungen
- Migrationen zunächst mit einem kleinen Testdatensatz durchführen
- Wenn keine Originalbilder mehr vorliegen: gründlich prüfen, bevor Classic-Services gelöscht werden
- Dokumentation und Nutzeranleitungen nach Migration aktualisieren
Schauen Sie in der Oriented Imagery Community vorbei, um den Originalartikel zu lesen: How to Migrate Oriented Imagery Catalogs to Oriented Imagery Layers




