Effizientes Projektmanagement im GIS: Wir zeigen, wie ArcGIS Workflow Manager Prozesse strukturiert, automatisiert und komplexe Projekte transparent steuerbar macht.
Workflow Management im GIS-Kontext
Im GIS-Umfeld treffen häufig komplexe Anforderungen aufeinander: unterschiedliche Datenquellen, viele Beteiligte und ineinandergreifende Prozessschritte. Ob Infrastrukturprojekt, Datenpflege oder Genehmigungsverfahren – selten handelt es sich um isolierte Aufgaben. Ohne klare Struktur entstehen schnell individuelle Arbeitsweisen, Medienbrüche und fehlende Transparenz, so bleibt das Wissen in einzelnen Köpfen und Ergebnisse sind schwer nachvollziehbar. Standardisierung? Automatisierung? Transparenz? Fehlanzeige!
Ein systematisches Workflow Management setzt genau hier an: Es definiert klare, wiederholbare Abläufe und schafft damit eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten. Dadurch werden Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch transparenter und besser steuerbar.
Was ist ArcGIS Workflow Manager?
ArcGIS Workflow Manager ist ein skalierbares Workflow-Management-System, das Organisationen dabei unterstützt, wiederkehrende GIS- und Fachprozesse zentral zu organisieren, zu steuern und zu automatisieren.
Im Mittelpunkt stehen klar definierte Abläufe, die von der ersten Anfrage bis zur finalen Umsetzung reichen und als strukturierte Workflows modelliert werden. Dabei fungiert ArcGIS Workflow Manager nicht als Analysewerkzeug, sondern als Orchestrierungsschicht im Enterprise GIS, die Daten, Personen und Systeme zu Prozessen verbindet.
Funktionen und Use Cases – praxisnah gedacht
Die eigentliche Stärke von ArcGIS Workflow Manager zeigt sich in der Verbindung seiner Funktionen mit der Integration in die ArcGIS Plattform. Mögliche Anwendungsfällen gibt es aus vielen Bereichen wie dem Infrastrukturbereich oder auch der öffentlichen Verwaltung.
Ein typisches Beispiel aus der Infrastruktur zeigt gleichzeitig die enge Verzahnung von Außendienst und Innendienst: Die Erfassung eines Änderungsbedarfs erfolgt zunächst durch einen Mitarbeitenden im Außendienst, etwa über Survey123 oder eine andere mobile Anwendung. Die erfassten Daten stoßen über einen Webhook automatisch einen Workflow an, sodass im System ein neuer Vorgang erzeugt und direkt an die zuständige Stelle im Innendienst weitergeleitet wird. Zum Beispiel ein Editierungsjob, wie in Abb. 1 dargestellt.
Im Backoffice übernimmt der ArcGIS Workflow Manager die weitere Steuerung: Aufgaben werden automatisch zugewiesen, relevante Daten bereitgestellt und die nächsten Schritte klar vorgegeben. Beispielsweise kann automatisch eine neue Datenversion erstellt werden, in der die Änderungen z.B. im Utility Network bearbeitet werden. Anschließend folgen definierte Prüf- und Qualitätssicherungsschritte, bevor die Änderungen final übernommen werden. In Verbindung mit ArcGIS Tasks können Workflows so bis zum letzten Klick strukturiert werden.
Während des gesamten Prozesses bleiben Status, Fortschritt und Verantwortlichkeiten jederzeit transparent. Rückfragen oder Ergänzungen können direkt im Workflow erfolgen. Automatisierte Aktionen wie Benachrichtigungen, das Ausführen von Geoprozessierungen oder das Zusammenführen von Daten reduzieren dabei den manuellen Aufwand erheblich. Die Projektleitung behält über ein Dashboard permanent den Überblick.
So entsteht ein durchgängiger Prozess – von der ersten Datenerfassung im Feld bis zur finalen Umsetzung im System. Gleichzeitig stellt die Integration in die ArcGIS Plattform sicher, dass alle Beteiligten unabhängig von ihrem Arbeitskontext – mobil, im Web oder in ArcGIS Pro – nahtlos eingebunden sind.

Auch in der öffentlichen Verwaltung zeigt sich der Nutzen deutlich. Genehmigungsprozesse, etwa im Bau- oder Umweltbereich, lassen sich als klar strukturierte Workflows abbilden: Ein Antrag wird eingereicht, automatisch an die zuständige Stelle zugewiesen, geprüft, kommentiert und schließlich freigegeben oder zurückgewiesen. Auch externe Gutachter können einbezogen und im Workflow Manager abgebildet werden. Statusänderungen, Benachrichtigungen und Übergaben erfolgen im System – transparent und nachvollziehbar für alle Beteiligten.
Diese Beispiele zeigen, wie sich Funktionen des ArcGIS Workflow Managers direkt in konkrete Prozesse übersetzen lassen. Erst durch diese Kombination wird deutlich, welchen praktischen Nutzen strukturierte Workflows im Arbeitsalltag entfalten – insbesondere in Bezug auf Effizienz, Transparenz und Zusammenarbeit.
Mehrwert
Durch die Verbindung von Funktionalität und konkreten Anwendungsfällen wird der Mehrwert schnell greifbar:
- Höhere Datenqualität durch standardisierte und geführte Prozesse
- Effizienzsteigerung durch Automatisierung wiederkehrender Aufgaben
- Mehr Transparenz über Status, Fortschritt und Verantwortlichkeiten
- Bessere Zusammenarbeit über Teams, Rollen und Standorte hinweg
Schnellerer Wissenstransfer, da Prozesse klar definiert und wiederverwendbar sind
Fazit
ArcGIS Workflow Manager bringt Struktur in komplexe GIS- und Datenprozesse, indem Funktionen wie Automatisierung, Integration und Steuerung unmittelbar mit praktischen Anwendungsfällen verbindet werden. In einer zunehmend datengetriebenen Welt wird ein systematisches Workflow-Management damit zu einem zentralen Baustein für erfolgreiches Multi-User Management im GIS.
Hinweis: Dieser Beitrag ist die Fortsetzung eines vorherigen Artikels. Den ersten Teil finden Sie hier:






