Pop-ups in Webkarten sind ein leistungsstarkes und viel zu oft unterschätztes Instrument für das Storytelling. Sie sind unaufdringlich, können aber die Neugier der Lesenden belohnen, indem sie Karten mit zusätzlichem Kontext, Informationen und Perspektiven anreichern. Werden Pop-ups jedoch ohne sorgfältige Planung oder klare Absicht umgesetzt oder bleiben sie unkonfiguriert, können sie mehr schaden als nutzen, indem sie den Erzählfluss einer Geschichte unterbrechen oder die Lesenden mit überflüssigen Informationen überfordern.
Wie viele narrative und kartografische Elemente sollten auch Pop-ups so gestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen der Lesenden dienen. In vielen Fällen gilt dabei: Weniger ist mehr.
Hier sind sechs praktische Tipps, wie Sie die Pop-ups Ihrer Webkarte von unstrukturierten Attributtabellen zu wirkungsvollen narrativen Elementen weiterentwickeln können, die Ihrer Karte Farbe und Kontext verleihen und die zentralen Aussagen Ihrer Geschichte stärken. Die gute Nachricht ist, dass sich viele dieser Empfehlungen leicht umsetzen lassen, unabhängig davon, ob Sie ein Pop-up von Grund auf neu erstellen oder ein bereits konfiguriertes Pop-up aus einem Living-Atlas-Layer gezielt anpassen.

1. Überlegen Sie, ob Pop-ups überhaupt notwendig sind
Nicht jede Karte benötigt ein Pop-up. Manchmal können Beschriftungen, Anmerkungen oder begleitende Erläuterungstexte die Aussage einer Karte wirkungsvoller vermitteln. Da Pop-ups in der Regel erst durch eine bewusste Interaktion der Nutzenden angezeigt werden, sollten sie einen Mehrwert bieten und das Verständnis der zentralen Themen und Botschaften einer Karte vertiefen. Standardmäßig sind Pop-ups für Feature-Layer aktiviert. Stellen Sie daher sicher, dass Sie sie deaktivieren, wenn sie nicht erforderlich sind.
2. Überflüssige Informationen entfernen
Pop-ups in Webkarten sollten für kurze, schnelle Interaktionen optimiert sein. Halten Sie die Inhalte fokussiert und widerstehen Sie der Versuchung, jedes Pop-up in einen kleinen Bericht zu verwandeln. Wenn Lesende mehrere Minuten benötigen, um ein Pop-up zu erfassen, sollten Sie prüfen, ob ein Teil dieser Informationen nicht besser in die begleitende Erzählung ausgelagert werden sollte. Ebenso sollten Sie vermeiden, Pop-ups gleichzeitig für mehr als einen Layer zu aktivieren.
Nur weil Pop-ups viele Informationen enthalten können, bedeutet das nicht, dass sie dies auch sollten. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, Pop-ups so zu reduzieren, dass sie nur die Attribute und Informationen enthalten, die unmittelbar für das Thema und den Zweck der Karte relevant sind. Durch das Entfernen überflüssiger Felder wie Objekt-IDs oder anderer Metadaten stellen Sie sicher, dass die Lesenden die gesuchten Informationen schnell finden, wenn sie ein Objekt auf der Karte auswählen.
Versetzen Sie sich in die Perspektive der Lesenden: Wenn Sie auf ein Objekt klicken, nach welchen Informationen würden Sie wahrscheinlich als Erstes suchen? Beginnen Sie mit diesen Informationen und entfernen Sie anschließend alles andere.
Mehr erfahren: Pop-ups konfigurieren (Dokumentation für Map Viewer)

3. Schreiben Sie wie eine geschickte Erzählperson
Standardmäßig enthalten Pop-ups von Feature-Layern eine einfach formatierte Tabelle mit Attributfeldern und den dazugehörigen Werten. Das kann nicht nur eine überwältigende Menge an Daten sein – siehe den vorherigen Punkt zum Entfernen überflüssiger Informationen –, sondern ist oft auch schwer zu interpretieren, insbesondere wenn ein Layer abgekürzte oder codierte Feldnamen verwendet.
Anstatt sich auf die standardmäßigen Attributtabellen zu verlassen, sollten Sie Ihre Pop-ups so umgestalten, dass sie eine natürliche und verständliche Sprache verwenden. Dies ist besonders wichtig, wenn Ihre Story mit einer klaren erzählerischen Stimme verfasst ist. Die Sprache in Ihren Pop-ups sollte sich so anfühlen, als gehöre sie zur gleichen Geschichte wie der übrige Inhalt.
Mehr erfahren: Pop-ups – die Grundlagen

4. Kontext bereitstellen
Ohne den richtigen Kontext können Daten ihre Bedeutung verlieren oder sogar in die Irre führen. Anstatt in Ihren Pop-ups isolierte Werte anzuzeigen, sollten Sie den Lesenden möglichst einen Kontext dafür liefern, was diese Werte bedeuten. Das kann bereits so einfach sein wie das Ergänzen passender Einheiten oder eine Erläuterung, wofür eine bestimmte Zahl steht.
Mit Arcade können Sie noch einen Schritt weiter gehen, indem Sie die Werte eines ausgewählten Objekts mit aussagekräftigen Referenzwerten vergleichen, beispielsweise mit regionalen oder nationalen Durchschnittswerten, Rangfolgen, Schwellenwerten oder historischen Entwicklungen. Darüber hinaus können Sie sogar Werte aus mehreren Layern innerhalb derselben Karte kombinieren. Mithilfe von Arcade lassen sich außerdem dynamische, standortbezogene Diagramme, Tabellen oder einfache Grafiken in Pop-ups integrieren, um Ihrer Karte zusätzlichen Detailgrad und mehr Kontext zu verleihen.
Mehr erfahren: Pop-ups mit Arcade und Living Atlas erweitern

5. Die visuelle Sprache unterstützen
Stellen Sie eine Verbindung zwischen den Informationen im Pop-up und der Karte her, indem Sie Farben, Textstile, Beschriftungen und andere visuelle Konventionen bewusst wiederverwenden. Wenn Ihre Choroplethenkarte beispielsweise niedrige Werte in Violett und hohe Werte in Grün darstellt, können Sie die Werte im Pop-up entsprechend der Kartensymbolisierung einfärben. Dies kann den kognitiven Aufwand reduzieren, der für die Interpretation der Karte und des dazugehörigen Pop-ups erforderlich ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Pop-ups einfach alles wiederholen sollten, was die Karte bereits vermittelt. Die gezielte Verstärkung eines Musters oder eines Werts, der auf der Karte visuell dargestellt wird, kann den Lesenden helfen, die visuelle Sprache der Karte mit den zugrunde liegenden Daten zu verknüpfen. Dies gilt insbesondere für Lesende, die weniger Erfahrung in der Interpretation thematischer Karten haben.
Mehr erfahren: Erste Schritte zum Hinzufügen von Farbe zu Pop-ups mit HTML

6. Lenken Sie den Blick der Lesenden
Pop-ups sind nicht von grundlegenden Prinzipien der Gestaltung und des Layouts ausgenommen. Wenn Ihre Pop-ups komplexe Informationen oder visuelle Elemente enthalten, sollten Sie eine klare visuelle Hierarchie schaffen, die den Blick der Lesenden intuitiv durch die Inhalte führt. Nutzen Sie Überschriften, Textstile und Abstände, um die wichtigsten Informationen deutlich von ergänzenden Details abzugrenzen.
Berücksichtigen Sie dabei stets den begrenzten Platz, der in einem Pop-up zur Verfügung steht. Wenn Sie beispielsweise sowohl ein Bild als auch dynamischen Text einbinden möchten, kann es sinnvoll sein, den Text zuerst zu platzieren, damit er nicht erst nach dem Scrollen sichtbar wird.
Gut gestaltete Pop-ups sollten sich wie eine natürliche Erweiterung der Karte anfühlen und nicht wie ein nachträglicher Zusatz. Sie sollten die Neugier der Lesenden mit Informationen belohnen, die relevant, aussagekräftig, verständlich und leicht zu interpretieren sind. Dabei müssen Pop-ups nicht aufwendig gestaltet sein. Auch hier gilt häufig: Weniger ist mehr. Entscheidend ist vielmehr, dass sie mit einer klaren Absicht gestaltet werden. Wenn Sie Pop-ups als wichtige Storytelling-Elemente statt als Behälter für unkonfigurierte Daten betrachten, können Sie mit nur wenigen Klicks das Verständnis Ihrer Lesenden für die Botschaften, die Sie vermitteln möchten, deutlich vertiefen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine deutsche Übersetzung des englischsprachigen Originalartikels. Das Original finden Sie hier:




