Attributregeln in der Geodatabase sind benutzerdefinierte Regeln, die verwendet werden können, um Attribute automatisch zu füllen, ungültige Änderungen bei Bearbeitungsvorgängen auszuschließen und für vorhandene Objekte Qualitätssicherungsprüfungen durchzuführen. 

Entsprechend dieser unterschiedlichen Einsatzbereiche unterscheidet man 3 Typen von Attributregeln: 

  • Berechnung – beim Erstellen oder Ändern von Objekten werden Felder automatisch und sofort mit Werten befüllt. Auch Batch-Berechnungen sind möglich: diese können zu jeder beliebigen Zeit durchgeführt werden. 
  • Beschränkung – beim Ändern von Objekten verhindern sie ungültige Dateneingaben. 
  • Überprüfung – zu jeder beliebigen Zeit können Objekte hinsichtlich ihrer Geometrie- und Attributanforderungen überprüft werden. 

Fehler-Datasets in der Geodatabase 

Die Regeln zur Batch-Berechnung und zur Überprüfung haben eine Besonderheit gegenüber den anderen Regeln: wird eine von diesen Regeln definiert, werden in der Geodatabase 4 Fehler-Datasets angelegt, um auftretende Fehler zu dokumentieren: 

Darüber hinaus wird in der Feature-Class mit den zu berechnenden oder zu überprüfenden Werten ein Feld „Validation Status“ angelegt, der folgende Werte annehmen kann: 

Sobald eine Validierungsregel definiert wird, wird der Status für alle Objekte auf „Validierung erforderlich“ gesetzt. Das gleiche gilt für die Batch-Berechnung: sobald eine Regel definiert wird, erhöht sich der Status für alle Objekte auf „Berechnung erforderlich“.  

Wenn ein Objekt in ArcGIS Pro bearbeitet wird, so dass sich die Geometrie oder ein Attributwert ändert, wird der Status auf „Validierung erforderlich“ geändert. 

Fehler-Layer 

Um den Fehler-Inspektor nutzen zu können, muss in der Karte ein Fehler-Layer geöffnet werden. Dies ist über den Befehl „Fehler-Layer hinzufügen“ im Kontextmenü des Feature-Layers möglich. Der Fehler-Layer ist ein Gruppenlayer, der auf alle vier Fehler-Datasets verweist. Nur mit diesem Fehler-Layer können -unter zu Hilfenahme des Fehler-Inspektors- die fehlerhaften Objekte bearbeitet und der Validierungsstatus geändert werden. 

Fehler-Inspektor 

Der Fehler-Inspektor kann verwendet werden, um Fehler in den Fehler-Datasets systematisch abzuarbeiten. Die Fehler lassen sich nach unterschiedlichen Aspekten filtern, ein fehlerhaftes Objekt kann direkt „angesprungen“ werden, um es dann mit den Bordmitteln von ArcGIS Pro zu verbessern. Man kann für Objekte, für die eine Validierung erforderlich ist, einer erneuten Überprüfung unterziehen. Korrigierte Objekte werden sofort aus dem Fehler-Dataset entfernt, wenn durch die Überprüfung der Status auf „kein Fehler“ geändert werden kann. 

Das Trio Fehler-Dataset, Fehler-Layer und Fehler-Inspektor ist damit eine wirksame und notwendige Ergänzung zu den Attributregeln in ArcGIS Pro.