Tasks finden neben der Geoverarbeitung mit ModelBuilder und Python oft wenig Beachtung, bieten aber erhebliche Möglichkeiten zur Automatisierung bzw. Gestaltung von interaktiven Arbeitsabläufen und Tutorials.

In ArcGIS gibt es verschiedenste Möglichkeiten um automatisierte, standardisierte und qualitätsgesicherte Arbeitsabläufe zu gestalten:

  • Manuelle Geoverarbeitung in Kombination mit dem Geoverarbeitungsverlauf,
  • ModelBuilder für die Kombination von einzelnen Werkzeugen und Skripten für komplexe Abläufe (Modelle),
  • Python als Skriptsprache zur Erstellung schlanker, benutzerdefinierter Werkzeuge und Abläufe,
  • Workflow-Manager – organisatorisches Steuern von Produktionsprozessen auf Ebene eines Enterprise-GIS.

Eine weniger beachtete Möglichkeit scheint der Einsatz von ArcGIS Pro Tasks zu sein, die für Desktop-GIS-Anwender*innen eine zusätzliche Gestaltungsfähigkeit für Verarbeitungsprozesse oder Abläufe in ArcGIS Pro ermöglichen.

Die ArcGIS Pro Tasks kann man vergleichen mit Makros in Office-Programmen. Es handelt sich um die Fähigkeit des Desktop-GIS anhand von konfigurierten Schritten, Arbeitsprozesse sicher durchlaufen zu können. Hierbei haben Ersteller*innen eines Tasks die Möglichkeit diesen automatisiert, halb-automatisiert oder manuell ausführbar zu gestalten.

Einsatzmöglichkeiten von Tasks sind:

  • Interaktive Tutorials,
  • Qualitätsgesicherte und wiederholbare Arbeitsabläufe/ Best-Practise-Workflows,
  • Kombination aus manuellen Tätigkeiten im GIS mit Geoverarbeitungswerkzeugen, Modellen und Skripten für eine höhere Effizienz.

Eine besondere Stärke der Tasks ist, die Möglichkeit für Ersteller*innen durch die Pflege von Anweisungen Prozesse zu erstellen, die sowohl für Anfänger*innen als auch für langjährige GIS-Nutzer*innen geeignet sind und Interkation im Prozess ermöglichen. Dies unterscheidet die Tasks von den anderen Möglichkeiten, Arbeitsabläufe zu erstellen.

Abbildung 1: ArcGIS Pro Tasks – Einbinden von Werkzeugen, Skripten, Modellen, Ansichten im Projekt, Layer-Einstellungen und interaktiven Handlungsanweisungen (Quelle: Esri Inc.)

ArcGIS Pro Tasks werden in ArcGIS Pro erstellt. Sie können als EsriTasks-Datei gespeichert und an andere ArcGIS Pro Nutzer*innen so übergeben werden. Um einen bereits vorhandenen Task zu verwenden, können Sie diesen mittels der EsriTasks-Datei wieder in ArcGIS Pro importieren.

Zu beachten ist, dass ggf. notwendige Datenquellen und Dokumente verfügbar bzw. vorbereitet sind, damit Sie einen Task in einem neuen Projekt nutzen können.

Tasks können einzeln existieren oder Teil einer Task-Gruppe sein, bestehend aus obligatorischen oder optionalen Tasks.

Abbildung 2: Aufbau der Konfiguration eines ArcGIS Pro Tasks (Quelle: Esri Inc.)

Ein ArcGIS Pro Task besteht aus Task-Steps. Diese sind innerhalb eines Tasks zu erstellen, entweder durch Aufrufen des jeweiligen Befehls, der jeweiligen Ansicht und der Konfiguration der Layer-Eigenschaften oder über einen Recorder, der Arbeitsschritte von Ersteller*innen aufzeichnet.

Wesentlich für das Arbeiten mit Tasks ist die Definition des Schrittverhaltens innerhalb eines Task.

Abbildung 3: Schrittverhalten in ArcGIS Pro Tasks (Quelle: Esri Inc.)

In der nachfolgenden Übersicht kann man die Möglichkeiten des Schrittverhaltens einsehen:

Manuell
 
Der Benutzer klickt auf Ausführen, um den Schritt auszuführen, und klickt auf Nächster Schritt, um mit dem nächsten Schritt fortzufahren.

Automatisch ausführenDer Schritt wird automatisch ausgeführt, und der Benutzer klickt auf Nächster Schritt, um mit dem nächsten Schritt fortzufahren.

Automatisch fortfahrenDer Benutzer klickt auf Ausführen, um den Schritt auszuführen, und der Schritt fährt automatisch mit dem nächsten Schritt fort.

AutomatischDer Schritt wird ausgeführt und fährt mit dem nächsten Schritt fort. Sie können einen automatischen Schritt ausblenden, sodass der Schritt automatisch im Hintergrund ausgeführt wird, z. B. ein Feature auswählen und darauf zoomen.

Abbildung 4: Schrittverhalten für ArcGIS Pro Tasks (Quelle: Esri Inc.)

Innerhalb eines Schrittes in einem Task können Ansichten (Karte, 3D-Szene, Tabelle, Katalog etc.) aufgerufen werden. Es können Layer-Eigenschaften für den Task definiert werden, beispielsweise Layer ist auswählbar, editierbar oder kann gefangen werden, oder eine Auswahl aus einem Layer ist im Zwischenspeicher abzulegen und für die weitere Verarbeitung zu nutzen.

Abbildung 5: Definition von Inhalten einer Karte zur Verwendung in einem Task (Quelle: Esri Inc.)

Außerdem können Geoverarbeitungswerkzeuge, Modelle oder Skripte im Batch-Modus in einem Task-Schritt aufgerufen und vorkonfiguriert werden. Die Anwender*innen des Tasks müssen so nicht mehr nach dem passenden Geoverarbeitungselement suchen, sondern brauchen nur den Anweisungen im jeweiligen Schritt zu folgen, um das gewünschte Vorgehen auszuführen.

Abbildung 6: Einbindung eines Geoverarbeitungs-Modells in einen Task (Quelle: Esri Inc.)

Mit den Tasks lassen sich so komplexere Verfahren, als auch Tutorials oder ein wiederholbarer Arbeitsablauf konzipieren. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten der Automatisierung in ArcGIS Pro, kann ein hohes Maß an Interaktivität mit den Anwender*innen bei hoher Qualitätssicherheit des Arbeitsablaufs ermöglicht werden.

Für weitere Infos siehe nachfolgende Links:

  • Lernbespiele für die Einarbeitung in ArcGIS Pro Tasks:

Überschwemmungen vorhersagen – kostenfreies Tutorial

Automating Workflows Using ArcGIS Pro Tasks – Tutorial für Kund*innen in Wartung (Esri Inc. Training)