Während bisher Standortanalysen mithilfe mehrerer Tools und individueller Workflows durchgeführt wurden, kann der neue Suitability Modeler in ArcGIS Pro 2.6 (Spatial Analyst Extension) solch lange Prozessketten ablösen.

Der Suitability Modeler vereinfacht den Workflow von Standort- und Gebietseignungsanalysen und ermöglicht es Anwendern, Eignungsmodellierungen mit einem einzigen, integrierten Tool dynamisch und on-the-fly durchzuführen.

Eignungsmodelle werden beispielsweise verwendet, um den besten Standort für den Bau eines Einkaufszentrums, einer Wohnsiedlung oder eines Skigebiets zu bestimmen, oder auch um die besten Gebiete für Parks, den Lebensraum gefährdeter Wildtiere oder für den Hochwasserschutz zu finden.

Mit dem Suitability Modeler können Entscheidungen über die Auswahl und Gewichtung einzelner Modellparameter durch unmittelbares Feedback durch die Interaktion zwischen Diagrammen, Fenstern und Karten getroffen werden. Die interaktive Analysierung der Auswirkungen einzelner Eingabeparameter- und kriterien hilft bei der Entscheidung, einen geeigneten Standort oder ein geeignetes Gebiet zu finden.

Abbildung: Einzelne Parameter helfen bei der Entscheidungsfindung.

Bevor der Suitability Modeler zum Einsatz kommt, sollte man sich über die notwendigen Inputlayer im Klaren sein, ebenso die Fragestellung, die mit der Analyse beantwortet werden soll. Der Workflow innerhalb des Suitability Modelers sieht folgendermaßen aus:

  1. Vorbereitung der Inputdaten (Kriterien): Welche Daten sind für die Analyse relevant? Welche Faktoren spielen eine Rolle?
  2. Transformation der Daten in einheitliche Form (einheitliche Skalierung): Welcher Wertebereich je Eingabedatei ist relevant?
  3. Relative Gewichtung der Eingabedaten: Müssen die Inputlayer unterschiedlich gewichtet werden? Ist ein Layer besonders wichtig für die Analyse?
  4. Lokalisierung der geeigneten Standorte: Wie viele geeignete Flächen sollen ermittelt werden? Wie groß sollen diese maximal sein? Sollen sie eine bestimmte Form aufweisen?

Wichtig zu wissen ist, dass das Eignungsmodell an sich im .sam-Format gespeichert wird, die Suitability-Karte und die einzelnen geeigneten Flächen jedoch als Raster.

Beispiel: Anbau von Arabicakaffee in Äthiopien

In einem Beispiel werden potenzielle Standorte für den Anbau von Arabicakaffee in einer kleinen Testregion in Äthiopien lokalisiert. Beispieldaten und ein genaues Tutorial können Sie hier herunterladen.

Geeignete Standorte hängen von zahlreichen Aspekten ab. Für dieses Beispiel wurden nur drei Inputfaktoren verwendet. Die Ergebnisse weisen daher nur Tendenzen geeigneter Anbaustandorte auf, weitere Parameter müssten berücksichtig werden, um die Ergebnisse weiter zu spezifizieren.

Mithilfe des Suitability Modelers werden in diesem Tutorial die Eingaberaster einer definierten Skala und Gewichtung angepasst, wobei während der Prozessierung on-the-fly ein Suitability-Raster erstellt wird und sofort Tendenzen der Eignung identifiziert werden können.

Weitere Informationen und ein ähnliches Beispiel sind in diesem YouTube Video der Esri User Konferenz zu finden.