Mit Gruppenwerten wird Datenintegrität erreicht, indem weitere Einschränkungen angewendet werden, um die Anzahl gültiger Feldeingaben zu reduzieren.

Gruppenwerte sind ein neues Datenentwurfs-Element, mit dem Werte in einem Feld als abhängig von Werten in einem anderen Feld festgelegt werden können.

Mit Attributdomänen können schon in der Geodatabase gültige Einträge für ein Feld auf eine bestimmte Liste oder einen Bereich von Werten beschränkt werden.

Gruppenwerte erweitern dieses Modell, indem durch die Auswahl eines Wertes für ein Feld die Domänenwerte, die in ein anderes Feld aufgenommen werden können, weiter eingeschränkt werden.

Auf diese Weise wird mit Gruppenwerten Datenintegrität erreicht, weitere Einschränkungen werden angewendet und die Anzahl gültiger Feldeingaben reduziert.

Dies kann beim Modellieren echter Teile und Objekte im GIS nützlich sein, zum Beispiel für Energieversorgungsunternehmen. Ebenso kann das beim Erstellen von Entscheidungsbäumen oder bei Befragungen nützlich sein, wenn eine Entscheidung die nachfolgenden gültigen Optionen beeinflusst.

Im folgenden Beispiel werden Gruppenwerte verwendet, um den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern bei der Aufnahme der Gattung und der Art von Stadtbäumen für ein Baumkataster zu unterstützen.

Vorbereiten der Daten für Gruppenwerte

  • In der Tabelle oder in der Feature-Class müssen die entsprechenden Felder angelegt werden.
  • Es werden die notwendigen Domänen mit den Listen oder gültigen Wertebereichen eingerichtet.
  • Die Felder werden mit den jeweiligen Domänen verknüpft.

Für das Beispiel mit Stadtbäumen werden zwei Felder vom Typ Text für die Attribute Gattung und Art angelegt. Zum Einrichten der Domänen werden zwei Tabellen vorbereitet – eine mit den Gattungen und eine Tabelle mit den Arten.

Mit dem Werkzeug „Tabelle in Domäne“ werden die Domänen „GATTUNGEN“ und „ARTEN“ in der Geodatabase angelegt. Diese Domänen werden mit den zwei neuen Feldern verknüpft.

Erstellen von Feldgruppen

  • Feldgruppen-Eingabedatei und die Gruppenwerte-Eingabedatei erstellen.
  • Feldgruppen und Gruppenwerte aus den Dateien importieren.

Um eine Feldgruppe einzurichten, sind zwei Tabellen erforderlich: Die Feldgruppen-Eingabedatei und die Gruppenwerte-Eingabedatei. Die Feldgruppen-Eingabedatei (.csv) beschreibt die anzulegenden Feldgruppen mit einer Feldgruppenbezeichnung (NAME) und den an den Gruppenwerten beteiligten Feldnamen (FIELD1, FIELD2, …)

Die Gruppenwerte-Eingabedatei (.csv) enthält für die zu bildenden Feldgruppen (FIELD_GROUP) alle erlaubten Wert-Kombinationen (CV_VALUE1 – CV_VALUE2).
Mit dem Geoverarbeitungswerkzeug „Gruppenwerte importieren“ werden die entsprechenden Feldgruppen mit ihren zulässigen Wert-Kombinationen in der Geodatabase angelegt.

Bearbeiten von Feldgruppen

ArcGIS Pro bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Feldgruppen und Gruppenwerte manuell zu bearbeiten. Dazu muss nur das Menüband „Gruppenwerte“ aktiviert werden – im Kontextmenü „Design“ der Feature-Class oder des Layers.

Arbeiten mit den Gruppenwerten

Bei der Bearbeitung der Attribute werden die zulässigen Wertelisten automatisch auf die definierten Gruppenwerte eingeschränkt. Bearbeitet man zum Beispiel die Attribute eines Baumes im Baumkataster und legt im Feld „Genus“ die Gattung fest (z.B. PLATANUS) , werden für die Festlegung der Art nur die gültigen Gruppenwerte für diese Gattung angeboten.

Stimmen die Gattung und die Art nicht überein, werden die nicht zusammenpassenden Werte farblich hervorgehoben – eine Fehlerbeschreibung weist auf den Umstand hin.