Schon gewusst? ArcGIS Pro 3.0 wird ab Mitte Juni in der englischen Version verfügbar sein. Einen Blick hinter die Kulissen erhalten Sie in diesem Blogbeitrag. 

Hier finden Sie alle Informationen, die Sie vor der Veröffentlichung brauchen, um ArcGIS Pro problemlos auf die neue Hauptversion 3.0 zu aktualisieren.  

Kurzüberblick  

  • ArcGIS Pro 3.0 ist eine Version mit Breaking Changes: Was das im Einzelnen, u. a. für die Freigabe von Projektdateien oder Datasets für ältere Versionen von ArcGIS Pro bedeutet, wird in diesem Blogbeitrag erläutert.  
  • Die Installation von ArcGIS Pro 3.0 erfordert .NET 6 Desktop Runtime x64. Installieren Sie die neueste Version von .NET 6 bereits jetzt: Sobald ArcGIS Pro 3.0 dann verfügbar ist, können Sie loslegen.  
  • Wenn Sie ArcGIS Pro auf Concurrent-Use-Basis lizenzieren, aktualisieren Sie zunächst den Lizenzmanager auf ArcGIS License Manager 2022. Erst dann sollten Sie ArcGIS Pro auf 3.0 aktualisieren. ArcGIS License Manager 2022 wird voraussichtlich ab Anfang Juni 2022 in Ihrem Kundenportal auf My Esri zum Download zur Verfügung stehen.  
     

Was bedeuten die Versionen von ArcGIS Pro?  

ArcGIS Pro folgt den Spezifikationen zur semantischen Versionierung, die in der ArcGIS Pro-Hilfe unter Versionen und Patches beschrieben sind. Ändert sich also die erste Zahl in der Versionsnummer, handelt es sich um eine neue Hauptversion. Hauptversionen führen notwendige Änderungen ein, die allerdings nicht rückwärtskompatibel sind: In diesem Fall können Dokumente, wie beispielsweise ArcGIS Pro-Projektdateien (.aprx) und Kartendateien (.mapx), die in Version 3.0 gespeichert werden, nicht direkt in früheren Versionen mit der Versionsnummer 2.x geöffnet werden. Wie Sie mit diesen Änderungen umgehen, erfahren Sie weiter unten im Abschnitt Breaking Changes und was sie bewirken.  
 

Was ist der Grund für die neue Hauptversion?  

Die hauptsächliche Triebfeder für die Entwicklung der neuen Hauptversion war der Framework-Wechsel auf .NET 6. Mit diesem neuen Framework von Microsoft sind Esri und andere ArcGIS Pro-Entwickler:innen für zukünftige Entwicklungen und Verbesserungen bestens gerüstet.  

Da zudem Steuerelemente bestimmter Komponenten von Drittanbietern inzwischen auf .NET 6 aktualisiert werden, ist es unerlässlich, mit der Entwickler-Community gemeinsam auf dem neuesten Software-Entwicklungsstand zu sein.  

Die Entscheidung für die Hauptversion geht zudem mit funktionalen und qualitativen Verbesserungen sowie Performance-Steigerungen einher, die ansonsten nicht hätten implementiert werden können. Gleichzeitig bleibt die Kompatibilität mit Nebenversionen von ArcGIS Pro gewährleistet.  

Last but not least: Wir streben danach, die beste öffentliche API für Drittentwickler bereitzustellen. Daher entfernen wir von Zeit zu Zeit Klassen und Funktionen, die wir im ArcGIS Pro SDK durch etwas Besseres ersetzt haben. Eine Hauptversion bietet sich geradezu an, diese notwendigen API-Änderungen vorzunehmen.  

Breaking Changes und was sie bewirken  

Innerhalb einer Hauptversion, also von einer Nebenversion zur nächsten, sind Projektdateien (.aprxs) und andere ArcGIS Pro-Dokumente, wie beispielweise Layer-Dateien und Kartendokumente, vorwärts- und rückwärtskompatibel. Projekte können z. B. in ArcGIS Pro 2.9 bearbeitet und für andere freigegeben werden, die sie wiederum in ArcGIS Pro 2.6 zur Bearbeitung öffnen können. In 2.9 hinzugefügte Funktionalität ist in 2.6 natürlich nicht vorhanden, aber das Dokument lässt sich in beiden Versionen problemlos verwenden.  

Wie bereits erwähnt, lassen sich Projekte, die in ArcGIS Pro 3.0 erstellt oder gespeichert wurden, nicht direkt in ArcGIS Pro 2.x öffnen. Nachdem Sie auf ArcGIS Pro 3.0 aktualisiert haben, erhalten Sie beim ersten Speichern eines in einer früheren Version erstellten Projekts die folgende Meldung:  

Abb.: Warnmeldung, die erscheint, bevor ein Projekt gespeichert wird, das in einer früheren Version von ArcGIS Pro erstellt wurde.

Wichtig zu wissen: Obwohl in ArcGIS Pro 3.0 erstellte Dokumente nicht direkt in früheren Versionen geöffnet werden können, lassen sie sich bei Bedarf trotzdem in 2.x verfügbar machen. Wenn Sie also ein Projekt in der neuen Version speichern und später feststellen, dass Sie doch eine Version für 2.x benötigen, dann erstellen Sie einfach ein Projektpaket: Layer-, Karten- und Projektpakete enthalten sowohl 2.x- als auch 3.x-Inhalte.  

Wenn Sie komplett auf Nummer sicher gehen wollen, empfiehlt sich diese Methode: Bevor Sie die Arbeit an Ihren aktuellen Projekten in ArcGIS Pro 3.0 aufnehmen, sichern Sie mit Speichern unter eine Kopie Ihres 2.x-Projekts.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Freigabe von Projekten aus ArcGIS Pro 3.0 über Pakete an User von 2.x gut regeln lässt – allerdings kann es in der versionsübergreifenden Kollaboration etwas ruckeln, anders als Sie es von der geschmeidigen Zusammenarbeit innerhalb einer Hauptversion gewohnt sind. Für Gruppen, die gemeinsam an Projekten arbeiten, empfiehlt sich daher der koordinierte Wechsel auf ArcGIS Pro 3.0.  

Weitere Hinweise für eine reibungslose Migration auf ArcGIS Pro 3.0 erfahren Sie unter Migration von ArcGIS Pro 2.x zu 3.0.  

Ein Blick hinter die Kulissen: Neuerungen in ArcGIS Pro 3.0  

Die bisherigen Informationen dienen der Vorbereitung auf den nahtlosen Wechsel zur Mitte Juni 2022 erscheinenden Version ArcGIS Pro 3.0. Auch wenn es bei 3.0 nicht hauptsächlich um die Einführung neuer Funktionalitäten geht, haben wir doch ein paar tolle neue Features in petto für Sie: Die Neuerungen jeder ArcGIS Pro-Version sind jetzt auf der neuen Einführungsseite in ArcGIS Pro 3.0 zu finden.  

Abb.: ArcGIS Pro 3.0 hat jetzt eine spezielle Einführungsseite  

Ein neues Feature, auf das viele gewartet haben, ist die Schätzung des Creditverbrauchs für Geokodierungswerkzeuge. Bei der Nutzung des World Geocoding Service behalten Sie so vor der Ausführung des jeweiligen Werkzeugs den Creditverbrauch im Blick.  

Geoverarbeitungswerkzeuge zeigen ab sofort einen kleinen Hinweis dazu an, dass eine Auswahl in Input-Layern getroffen oder ein Filter für Input-Layer gesetzt wurde. Außerdem wird die Anzahl der zu verarbeitenden Datensätze angezeigt. Darüber hinaus gibt es für die am meisten verwendeten Werkzeuge, auf die vom Menüband und aus Kontextmenüs zugegriffen wird, eine Autofüll-Funktion für Werkzeugparameter. 

Abb.: Geoverarbeitungswerkzeuge, die einen Info-Tipp mit der Anzahl der zu verarbeitenden Datensätze anzeigen, basierend darauf, ob für den Layer eine Definitionsabfrage, ein Zeit- oder Bereichsfilter oder eine Auswahl festgelegt wurde.  


 

Weitere neue Features und Funktionalitäten, auf die Sie sich in ArcGIS Pro 3.0 freuen können, sind beispielsweise:  

  • die Möglichkeit, Karten zu Berichten hinzuzufügen,  
  • das Speichern von Webszenen unter Beibehaltung der Element-IDs,  
  • die Unterstützung von Zeit für Standalone-Tabellen,  
  • der Export von Voreinstellungen für Layouts und Karten, und  
  • ein Farbsinn-Simulator für Menschen mit Farbensehschwäche.  
Abb.: Anzeigen, wie eine Karte, ein Layout oder ein Bericht für Menschen mit Farbsinnstörungen oder Farbensehschwäche aussehen werden.  

Viele dieser Features stammen aus einer priorisierten Ideensammlung von ArcGIS Ideas. Sie sind noch nicht in der Esri Community aktiv? Dann besuchen Sie doch den ArcGIS Pro-Ideenaustausch, um Ideen für ArcGIS Pro zu unterstützen: Verteilen Sie Kudos und fügen Sie Hinweise hinzu, warum gerade dieses Feature für Ihre Arbeit unerlässlich ist. Oder Sie entwickeln eine Idee zu einer Funktion, die es in ArcGIS Pro bisher noch nicht gibt.  

Der Blog-Artikel basiert auf dem englischsprachigen Blog-Artikel Get Ready for ArcGIS Pro 3.0 (esri.com) 
Übersetzung: Stephanie Hausmann