ArcGIS Enterprise 10.7 bietet eine Fülle neuer Features, Verbesserungen, Produkte und Anwendungsmöglichkeiten – zum Beispiel in den Bereichen Data Science oder Imagery.

Dieser Blogbeitrag gibt einen schnellen Überblick über die Neuerungen in ArcGIS Enterprise 10.7. Die Liste aller Neuerungen finden Sie in der Enterprise Hilfe ‚What’s new in ArcGIS Enterprise 10.7‚ (Hinweis: Die deutsche Version der Hilfe von ArcGIS Enterprise steht evtl. noch nicht zur Verfügung.).

User Types

In ArcGIS Online gibt es die neuen User Types bereits seit Dezember 2018. Ab der Version 10.7 ist diese Erweiterung der Nutzer-Lizenzierung auch für ArcGIS Enterprise verfügbar.

Die bereits vorhandenen Level 1 bzw. Level 2 User werden in die funktionsgleichen User Types ‚Viewer‘ und ‚Creator‘ überführt. Mit dem User Type-Konzept gibt es jetzt mehr Möglichkeiten, den Zugang zu ArcGIS Enterprise entsprechend der Aufgaben der Anwender festzulegen.

Der User Type ‚Viewer‘ für ArcGIS Enterprise ist kostenfrei – wie bisher der Level 1 Named User für ArcGIS Enterprise 10.5 und 10.6.

Datenmanagement

Räumliche Filter für Hosted Feature Layer Sichten

Wenn Sie angeben, was eine gehostete Feature-Layer-Ansicht an Daten enthalten soll, können Sie jetzt auch eine Fläche als räumlichen Filter verwenden. Das kann ein Rechteck oder eine benutzerdefinierte Grenze sein. Die gehostete Feature-Layer-Ansicht wird nur Features innerhalb des definierten räumlichen Bereiches enthalten.

Offline-Kartenbereiche

Offline-Kartenbereiche können mit einem vordefinierten Bereich erstellt werden. Das vereinfacht es, Ausschnitte von Karten für den Einsatz in (offline) Workflows wie der Felddatenerfassung vorzubereiten. Offline-Bereiche können regelmäßig aktualisiert werden, um alle Änderungen der Webkarte und Layer zu berücksichtigen.

Mehr Informationen dazu finden Sie in der Online-Hilfe: Take web maps offline.

Felddefiniton für Hosted Feature Layer

Eine neue ‚Feldansicht‘ im Datenbereich eines Hosted Feature Layers erleichtert die Erstellung und Definition neuer Felder.

Listen für Hosted Feature Layer

Eine neue Option für Hosted Feature Layer ermöglicht es, eine vorgegebene Liste von Werten für Felder festzulegen. So können Sie die für die Dateneingabe ausgewählten Felder die möglichen Werte vorgeben. Es können Listen mit kodierten Werten oder Minimal-/Maximalwerte für numerische Felder definiert werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Online-Hilfe: Define attribute lists and ranges.

ArcGIS Pro: Dienste für Standalone-Server veröffentlichen

Sie können nun Kartendienste und Geoprocessing-Dienste von ArcGIS Pro für eine standalone ArcGIS Server 10.7-Site mit ArcPy veröffentlichen. Online Hilfe: ArcGIS Pro, Python.

ArcGIS Pro: OGC Fähigkeiten von Diensten aktivieren

Wenn Sie Web Maps und Web Layer aus ArcGIS Pro in Ihrem ArcGIS Enterprise Portal veröffentlichen, können Sie für Dienste zusätzlich die OGC-Schnittstellen WMS und WFS auswählen.

Analyse

Notebook Server

Mit der Version 10.7 wird ArcGIS Notebook Server eingeführt. ArcGIS Notebook Server integriert Python Notebooks direkt in das ArcGIS Enterprise Portal. Mit diesen Notebooks lassen sich administrative Aufgaben automatisieren oder Data-Science-Workflows unterstützen.

Auf diese Weise können Jupyter Notebooks jetzt direkt im ArcGIS Portal erzeugt, editiert, geteilt und ausgeführt werden. Jeder Notebook-Anwender erhält dabei seinen eigenen isolierten Bereich, in dem er Analysen oder administrative Aufgaben durchführen kann. Der ArcGIS Notebook Server kommt in zwei Varianten. Die Standard-Version ist ein kostenfreier Bestandteil jeder ArcGIS Enterprise Version.

Mehr über die Möglichkeiten des ArcGIS Notebooks Server finden Sie hier: Introducing ArcGIS Notebooks.

Neue Tools und Verbesserungen in bestehenden Tools

  • Mit dem Tool ‚Mosaike generieren‘ lassen sich unterschiedliche Gitter für weitere Analysen (z.B. Punkte aggregieren) erzeugen.
  • In Werkzeugen, die Straßennetzwerke für Analysen nutzen – z.B. um Fahrzeitgebiete zu erstellen –, können Barrieren (Punkte, Linien oder Flächen) für das Straßennetz ausgewählt werden.
  • Web Tools, die auf der Grundlage von ArcGIS Pro veröffentlicht wurden, können die Ergebnisse als Hosted Feature Layer bereitstellen.
  • Das Auswahl-Menü für Analyse-Layer wurde komplett überarbeitet und bietet jetzt wesentlich mehr Usability und Optionen.

GeoAnalytics

Der GeoAnalytics Server verfügt über einige neue Tools: Es ist zum Beispiel möglich, die eigenen Daten über ein Gitter mit mehreren Variablen anzureichern oder Layer auszuschneiden und zusammenzuführen. Außerdem können Ergebnisse nicht nur in den Data Stores gespeichert werden, sondern auch in Big Data Fileshares (z.B. HDFS).

Diese Auflistung der GeoAnalytics Neuerungen gibt Ihnen einen Überblick.

Administration

Webhooks

Mit Webhooks lassen sich bestimmte Bereiche des ArcGIS Portals überwachen.

Die Webhooks können ein Benachrichtigungssystem, ein automatisiertes Qualitätsmanagement oder andere Mechanismen auslösen.

Wenn eine bestimmte Aktion im Portal stattfindet (z.B. Löschung eines Feature Layer), wird eine Nachricht im JSON Format an die URL des Webhooks gesendet. Sie können einen Drittanbieterdienst wie Microsoft Flow, Zapier oder IFTTT einrichten, um die Webhook-Seite zu monitoren und eine Antwortaktion oder eine Kette von Aktionen zu veranlassen.

Mit 10.7 können Webhooks für drei Rubriken eingerichtet werden: Benutzer, Gruppen und Elemente. So können Sie beispielsweise einen Webhook erstellen, der bei jedem Löschen eines Portalelements ausgelöst wird, und einen anderen, der das Anlegen eines neuen Benutzers meldet.

Shared Instances

Shared Instances leiten einen entscheidenden Wandel im Umgang mit GIS-Diensten ein. Traditionell wird jeder Dienst von einer oder mehreren dedizierten Service-Instanzen bedient (auch ArcSOC Prozess genannt), die auf jedem Computer in einer ArcGIS Server-Site ausgeführt werden.

Aktive Service-Instanzen beanspruchen eine bestimmte Menge des Arbeitsspeichers einer Maschine, auch wenn gerade keine Serviceanforderung abgearbeitet wird. Das bedeutet, dass laufende Dienste, die im Moment keine Anfragen bekommen, trotzdem Speicher verbrauchen, den man auch einsparen könnte.

Shared Instances lösen dieses Problem: Auf ArcGIS Server-Rechnern können Sie ab der Version 10.7 wählen, ob Sie Kartendienste für einen Pool von freigegebenen Instanzen veröffentlichen möchten. Ein Pool kann eine beliebige Anzahl von Diensten bedienen. Für kompatible Kartendienste, die in ArcGIS Pro veröffentlicht werden, können Sie diese so konfigurieren, dass sie den gemeinsamen Pool und nicht Ihre eigenen dedizierten Instanzen verwenden. Sie können Sie die Gesamtzahl der Instanzen in einem Pool ändern und so viele Dienste konfigurieren, wie Sie benötigen.

Bei Diensten mit hoher Nachfrage und/oder Diensten im Rahmen von Service Level Agreements können Sie weiterhin dedizierte Instanzen verwenden.

Wenn Sie viele Dienste auf Ihrer ArcGIS Server-Site ausführen und viele dieser Dienste nur selten Anfragen erhalten, reduziert die Konfiguration für die Verwendung von Shared Instances den Ressourcenverbrauch – und gewährleistet gleichzeitig eine optimale Leistung für alle Dienste.

Imagery

Bilddaten-Layer direkt im Portal erzeugen

Bilddaten-Layer können direkt im Portal erstellt werden. Die Bilddaten-Layer können in einen Raster Data Store geschrieben oder direkt als Bilddaten-Layer veröffentlicht werden.

Die Eingangsdaten, also die einzelnen Bilder, können aus einem verknüpften Data Store kommen oder von der lokalen Maschine hochgeladen werden. Der erzeugte Bilddaten-Layer ist entweder ein Hosted-Bilddaten-Layer oder ein Bilddaten-Layer, der die Bilder im Data Store referenziert.

Es werden unterschiedliche Input Datenformate unterstützt und auch diverse Bildprovider, wie GeoEye, Landsat, Ikonons, Sentinel oder Spot. Wenn die Bilddaten von solchen Providern kommen, werden die Bilddaten-Layer mit Eigenschaften erzeugt, die die Anforderungen der Provider optimal unterstützen.

Raster-Analyse

Die Raster-Analyse des Image Servers unterstützt zwei neue Tools, die direkt im Map Viewer des Portals ausgeführt werden können:

  • Objekte mit Deep Learning ermitteln: Das Tool führt ein trainiertes Deep-Learning-Modell auf einem Eingabe-Raster aus, um eine Feature-Class mit gefundenen Objekten zu erstellen. Bei den Features kann es sich um Rahmen, oder Polygone, um die gefundenen Objekte oder um Punkte im Mittelpunkt der Objekte handeln.
  • Pixel mit Deep Learning klassifizieren: Das Tool führt ein trainiertes Deep-Learning-Modell auf einem Eingabe-Raster zur Erstellung eines klassifizierten Rasters aus, wobei jedem gültigen Pixel eine Klassenbeschriftung zugewiesen ist.

Raster Funktions Editor

Der Raster-Funktionseditor ist eine visuelle Programmierumgebung zum Aufbau von Verarbeitungsketten für Bilder und Rasteranalysen. Diese Ketten können als Rasterfunktionsvorlagen (RFTs) gespeichert werden, die Ihre Bildanalysen und -prozesse automatisieren können. Der Raster-Funktionseditor wird im Map Viewer über das Unternehmensportal angezeigt.

Der Raster-Funktionseditor enthält eine Galerie mit 142 Rasterfunktionen. Diese Rasterfunktionen können zu Raster Function Templates (RFTs) kombiniert werden. Die RFTs können getestet, bearbeitet, gespeichert und mit anderen Mitgliedern Ihres Unternehmens geteilt werden. Sie können sowohl im MapViewer des Portals als auch in ArcGIS Pro ausgeführt werden.

Neue Produkte

Tracker for ArcGIS

Ab 10.7 können Sie mit der neuen Anwendung ‚Tracker for ArcGIS‘ erfassen, wo sich die Benutzer befinden bzw. wo sie waren. Tracker ermöglicht die Standortverfolgung durch die Track Viewer-Webanwendung und durch die mobilen Anwendungen ‚Tracker for ArcGIS‘.

Der einzelne Anwender von ‚Tracker‘ ist dabei immer Herr seiner Daten und kann die Erfassung seiner Position steuern. Es findet keine Positionsverfolgung im Hintergrund statt.

ArcGIS Excalibur

ArcGIS Excalibur, eine neue Webanwendung, die in ArcGIS Enterprise mit ArcGIS Image Server verfügbar ist, modernisiert und erweitert die Funktionen der Bildanalyse in ArcGIS Enterprise. Excalibur bietet einen kompletten Bildworkspace: Suchen und entdecken Sie Bildsammlungen, führen Sie erweiterte Analysen und Visualisierungen durch und erstellen Sie dann professionelle Berichte.

ArcGIS Companion

Die mobile App ArcGIS Companion unterstützt neben ArcGIS Online nun ArcGIS Enterprise. Melden Sie sich mit der mobilen App in Ihrem Unternehmensportal an, durchsuchen Sie Inhalte und verwalten Sie Benutzer auch unterwegs.

Sonstiges

TLS und HTTPS

Zwei Standard-Sicherheitseinstellungen wurden für ArcGIS Server und das ArcGIS Enterprise Portal 10.7 aktualisiert. Standardmäßig ist nun nur noch die HTTPS-Kommunikation erlaubt. Zudem werden ausschließlich TLS-Protokolle der Version 1.2. verwendet. Diese Standardeinstellungen können auch geändert werden. Wir empfehlen aber, die Standardeinstellungen zu belassen.

Weitere detaillierte Informationen zu Enterprise 10.7 erhalten Sie in den kommenden Wochen hier im ArcGIS Blog.