Solarpotenzialkataster, Wärmebedarfsanalysen, kommunale Wärmeplanung – diese Bausteine helfen Städten dabei, die Energiewende smart zu denken. Den Grundstein für nachhaltige Klimaanpassungsmaßnahmen legen räumliche Analysen mit ArcGIS.
Schon 2007 bekannte sich Europa mit dem Ansatz aus der LEIPZIG CHARTA von der integrierten, ganzheitlichen Weiterentwicklung von urbanen Räumen hin zu mehr Nachhaltigkeit unter hoher Beteiligung und Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger.
2019 veröffentlichte die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) einen Bericht zu dem dena-Projekt „Urbane Energiewende“, der die aktuelle Situation, Handlungsoptionen sowie politische Empfehlungen für lebenswerte Städte der Zukunft beschreibt.

Zur Autorin:
Dr.-Ing. Dorothea Ludwig ist Landschaftsentwicklerin (Dipl.-Ing. Hochschule Osnabrück) und promovierte Geoinformatikerin (Dr. rer. nat. Uni Osnabrück). Sie beschäftigt sich seit 2004 mit dem Themenfeld Erneuerbare Energien, Klimaschutz und Klimaanpassung. Sie leitet seit 2010 den Themenbereich Erneuerbare Energien bei IP SYSCON.
Solare Energieversorgung stärken – Die Kraft der Sonne nutzen
Ein Solarportal zeigt als Webanwendung dachflächenscharf für jeden Bürger das Solardachpotenzial für die solare Photovoltaik- oder Solarthermienutzung an und mobilisiert durch genaue Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für jede individuell zu kalibrierende Anlage die Immobilienbesitzer.
IP SYSCON realisiert mit Kommunen, Landkreisen oder Energieversorgern Solarportale, und das mit anschaulich gestalteten Esri Story Maps. Fernerkundungsdaten, differenzierte Einstrahlungs- und Verschattungsanalysen sowie die Zerlegung des Daches in Dachteilflächen führen zum Solarpotenzial.
Der Bürger erhält zu seinem Gebäude genaue Informationen darüber, was für eine Anlage auf seinem Dach installiert werden kann, was die Anlage kostet, welche finanziellen Einsparungen sie mit sich bringt und wie sie zu mehr Unabhängigkeit vom Stromankauf beiträgt.

- Rund 5.700 Kommunen verfügen aktuell deutschlandweit über ein Solarpotenzialkataster, dies sind etwas mehr als die Hälfte aller Kommunen.
- Etwa 2.000 km² Dachflächen stehen für die PV-Stromerzeugung zur Verfügung, worüber ca. 604 TWh PV-Strom erzeugt werden könnte.
- 2019 lieferten deutschlandweit 1,7 Mio. PV-Anlagen 46,5 TWh Strom.
- 8 % PV-Dachflächenpotenzial ist erst realisiert.
Die solare Nutzung auf Dachflächen stellt damit ein enormes Potenzial da, was keiner Flächenkonkurrenz und so gut wie keinem Widerstand aus der Bevölkerung entgegensteht.
Eine regenerative Wärmeversorgung verlangt eine kommunale Wärmeplanung
- Welcher Wärmebedarf von Wohn- und Nichtwohngebäuden besteht heute, welcher 2030 oder 2050?
- Welche Effekte haben energetische Sanierungen und wo stehen sie aufgrund des Bewohnerklientels an?
- Welche Straßenzüge haben wann welchen Wärmebedarf und welche nachbarschaftlichen regenerativen Wärmequellen könnten eine Versorgung ermöglichen?
Die flächendeckende Wärmebedarfsberechnung für Wohn- und Nichtwohngebäude mit individueller Beschreibung des Gebäudekubus liefert wertvolle Informationen, um für die Zukunft einen Umbau der Wärmeversorgung zu planen. Energetische Nachbarschaften bis hin zur Sektorkopplung können nur über räumliche Visualisierung und Überlagerung sämtlicher Energie- und Infrastrukturinformationen sichtbar gemacht werden.

Zukünftig muss an eine Klimaanpassungsstrategie zur Verbesserung des Stadtklimas gedacht werden. Ansonsten verliert die Stadt auch diesbezüglich weiter an Lebenswert.
Höhere Lebensqualität dank Klimaanpassungsstrategie
- Welche offenen Räume müssen auch zukünftig für den Kaltluftabfluss frei bleiben?
- Wo ist die Flächenversiegelung besonders hoch und wie können hier Grünstrukturen etabliert werden?
Die Steigerung des Grünanteils zwischen den übermäßig versiegelten Flächen liefert ein wichtiges Fundament. Maßnahmen wie Gründächer und Fassadenbegrünung, Baumpflanzungen sowie der Einsatz von Rasengittersteinen anstatt einer Vollversiegelung schaffen Abhilfe.

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