ArcGIS Enterprise 10.9 ist jetzt verfügbar und Teil der ArcGIS 2021 Releases. Es wird die letzte Release-Serie sein, die das Veröffentlichen und Konsumieren von Services aus ArcMap unterstützt. 

Deshalb ist es an der Zeit, alle Dienste, welche die ArcMap-basierte Runtime verwenden, auf die ArcGIS Pro-basierte Runtime zu migrieren. Die neue Version von ArcGIS Enterprise enthält Werkzeuge, die Sie bei der Migration der Runtimes Ihrer Dienste unterstützt.

Die ArcGIS Enterprise Komponente ArcGIS Server enthält derzeit zwei interne Runtimes:
– eine für Dienste, die von ArcMap aus veröffentlicht werden
– eine für Dienste, die von ArcGIS Pro aus veröffentlicht werden.
Beginnend mit dem ArcGIS 2022 Release wird die ArcMap-basierte Runtime aus der Software entfernt. Das bedeutet, dass ab dem ArcGIS Enterprise 2022 Release, keine Möglichkeit mehr besteht, Dienste aus ArcMap und ArcMap-basiertem ArcPy auf ArcGIS Server-Sites zu veröffentlichen oder zu konsumieren.

Sie müssen alle ArcMap-basierten Dienste auf die ArcGIS Pro-basierte Runtime migrieren, bevor Sie ein Upgrade auf eine ArcGIS 2022- oder spätere Version von ArcGIS Enterprise durchführen. Wenn ArcMap-basierte Dienste beim Upgrade auf eine ArcGIS 2022- oder spätere Version vorhanden sind, funktionieren diese folglich nicht mehr.

Mehr dazu finden Sie in der Ankündigung, die wir Anfang des Jahres bezüglich der Entfernung der ArcMap-basierten Runtime aus ArcGIS Enterprise veröffentlicht haben.

Abb. 1: Übersicht ArcGIS Releases

Mit ArcGIS Enterprise 10.9 werden zwei verschiedene Möglichkeiten aufgeführt, um Dienste von der ArcMap-basierten Runtime zur ArcGIS Pro-basierten zu migrieren:

  • Runtime im ArcGIS Server Manager bearbeiten
  • UpdateArcMapServices – Dienstprogramm ausführen

Runtime im ArcGIS Server Manager bearbeiten

Diese Option ist für alle kompatiblen Dienste verfügbar und migriert die Runtime des Dienstes von ArcMap-basiert zu ArcGIS Pro-basiert. Wenn die Runtime bearbeitet wird, werden keine Änderungen am Inhalt oder den Einstellungen des Dienstes vorgenommen.

Abb. 2: ArcGIS Server Manager -> Service Runtimes
Abb. 3: ArcGIS Server Manager -> Runtime bearbeiten

Dieser Vorgang wird auf einzelne Dienste angewendet, einen nach dem anderen. Mehrere Dienste können nicht auf einmal migriert werden. Sobald die Runtime eines Dienstes von der ArcMap auf die ArcGIS Pro-basierte Runtime migriert wurde, kann sie wieder zurückgeschaltet werden, z. B. wenn die Service-Runtime zu Testzwecken umgestellt wurde. Auch dies muss individuell und einzeln durchgeführt werden.

Dieser Schritt steht für Kartendienste zur Verfügung, die von ArcMap aus veröffentlicht wurden, solange sie nicht die Schematics-Funktionalität oder benutzerdefinierte Server Object Extensions (SOEs) oder Server Object Interceptors (SOIs) aktiviert haben. Dienste mit diesen Eigenschaften können nicht automatisch migriert werden, sondern müssen manuell migriert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Migrieren eines Kartendienstes im Server Manager in der ArcGIS Enterprise Dokumentation.

UpdateArcMapServices – Dienstprogramm ausführen

Das UpdateArcMapServices-Werkzeug ist ein Befehlszeilen-Dienstprogramm, das mit ArcGIS Server 10.9 installiert wird. Dieses Dienstprogramm kann in zwei Modi ausgeführt werden:

  • Analyse
  • und Ausführung.

Analyse ist der Standardmodus und liefert eine Bestandsaufnahme aller Dienste, die derzeit für eine Migration in Frage und nicht in Frage kommen. Im Ausführungsmodus werden alle in Frage kommenden, kompatiblen Dienste von der ArcMap-basierten Runtime auf die ArcGIS Pro-basierte migriert.

Abb. 4: UpdateArcMapServices – Werkzeug

Sobald das Werkzeug entweder im Analyse- oder Ausführungsmodus ausgeführt wird, öffnet sich eine Internet-Browser-Seite, auf der die Ergebnisse angezeigt werden.

Abb. 5: Ergebnisse nach Ausführung des UpdateArcMapServices – Werkzeuges

Dieses Dienstprogramm migriert alle kompatiblen Kartendienste und Bilddienste. Ähnlich wie bei der manuellen Bearbeitung im ArcGIS Server Manager, können Kartendienste nicht die Funktion „Schematics“ oder benutzerdefinierte SOEs oder SOIs aktiviert haben. Darüber hinaus können Raster-Katalog-Layer und zeitaktivierte Layer, die mit der Erweiterung Tracking Analyst erstellt wurden, nicht migriert werden.

Weitere Informationen zum Werkzeug finden Sie unter Migrieren von Diensten mit dem Dienstprogramm UpdateArcMapServices in der ArcGIS Enterprise-Dokumentation.


Lesen Sie auch das “Technical Paper” von Esri Inc. zum Thema „Manually migrating services from the ArcMap-based to the ArcGIS Pro-based runtime”.