Kaufland gewinnt den Esri SAG Award. Die Auszeichnung geht an Unternehmen und Organisationen, die ArcGIS Technologie auf zukunftsweisende und innovative Weise einsetzen. 

Hier berichtet Alexander Koch, Abteilungsleiter GIS, Schwarz IT KG, was hinter der prämierten Lösung steckt. 

Mit dem Umstieg auf ArcGIS Enterprise haben wir für Kaufland eine zentrale GIS-Plattform mit zentraler Datenhaltung auf einer Oracle Datenbasis geschaffen. Unseren Kunden im Fachbereich können wir damit komplexe, webbasierte Anwendungen im ArcGIS Portal zur Verfügung stellen. Mit dieser neuen technischen Lösung sind wir in der Lage für Kaufland, aber auch für die gesamte Schwarz Gruppe, GIS-Lösungen für unsere Kunden bereitzustellen. 

Durch Business Intelligence wurden im Zuge des Aufbaus der ArcGIS Enterprise Plattform sämtliche Prozesse zur Analyse räumlicher Daten digitalisiert und eine Vielzahl zuvor manuell durchgeführter Schritte automatisiert.  

Mit den neuen ArcGIS WebApps können Kundenbefragungen nun ohne Systembrüche vorbereitet und deren Ergebnisse verwaltet und analysiert werden. Daraus resultierende Ergebnisse stehen anderen Fachbereichen für die darauf aufbauenden Prozesse zur Verfügung. Ganzheitliche Analysen von Standorten können außerdem automatisiert durchgeführt werden.  

Neben internen Daten und soziodemographischen Kennzahlen stehen sämtliche Wettbewerberstandorte zur Verfügung, die in Analysen und Reports für strategische Entscheidungen aufbereitet werden. 

Die Anwendungen sind so konzipiert, dass Light User die Möglichkeit haben, komplexe Standardanalysen auf einer einfachen und benutzerfreundlichen Oberfläche durchzuführen und GIS Maps gleichzeitig Experten zur flexiblen Nutzung zur Verfügung steht. 


Keyuser können im ArcGIS Portal Inhalte generieren, die eine Weiterverarbeitung von Hosted Feature Services in verschiedenen Analyse-Abteilungen von Kaufland ermöglichen.  

Mit Einführung des neuen Systems kann der Bereich Immobilienentwicklung von Kaufland neue sowie optimierte Workflows über Webapps des ArcGIS Portals ausführen.  

Beispiele:  

  • Für die Angebotserfassung von Immobilien wurde eine Webapp entwickelt, bei der Objekte bereits zu Beginn räumlich korrekt verortet und mit den nötigen Attributen versehen werden können. 
  • Die automatische Angebotserzeugung reduziert den manuellen Eingabeaufwand und steigert  die Datenqualität, Transparenz sowie Nutzerzufriedenheit.  
     
  • Die Datenqualität wurde zusätzlich durch die Einbindung klarer Erfassungsregeln gesteigert.  
  • Nutzer können räumlich scharfe Expansionsstrategien auf Grundlage der visualisierten Datentöpfe ableiten und dadurch bspw. Wettbewerbsveränderungen, Barrieren oder stadtplanerische Änderungen erfassten, beschreiben und beurteilen. 
  • Zuständigkeitsbereiche für Expansionsmitarbeiter können definiert werden, bearbeitet und koordiniert werden.  
     
  • Vereinfachte Erfassung und Bearbeitung von Einzugsgebieten. Sämtliche für die Objekte zur Verfügung stehendenden Methoden und Operationen wurden in die feature-spezifischen Popups integriert.  
  • Schaffung eines Lebenszyklus für Einzugsgebiete, der zu einer höheren Transparenz und Datenintegrität bei den Einzugsgebieten führt. 

  • Für den Bereich Media & Distribution wurde auf Basis der JS API 4 ein Client eingebaut. Die Komplexität der Prozesse, die Anbindung eines führenden Subsystems sowie Usability Aspekte haben zu der Entscheidung einer Eigenentwicklung geführt, keine Standard App im WebApp-Builder zu nutzen. 

Der Client nutzt teilweise Standardfunktionalität, wie z. B. das Drucken-Widget, den Map-Switcher und die Daten-/Standortsuche über das Suchen-Widget inkl. Anbindung an einen Routing-Dienst. Bewusst wurde auf die zentrale Rolle der Karte selbst geachtet, darum wurde das UI so gebaut, dass der User ohne weitere Ablenkung die Karte und deren Daten darauf erkunden kann.  

Bei Bedarf können Komponenten ein- und ausgeblendet werden. Dazu zählt eine Layer-Liste und Attributtabelle (Beta Status in der JS API 4) inkl. selbst implementierter Excel-Exportfunktion. Ein Filter-Widget wurde ebenfalls selbst implementiert und ähnelt vom Funktionsumfang dem Filter-Widget im WebApp-Builder.  

Die zentrale Komponente im Client stellt die Auftragsliste dar. Sie bildet den fachlichen Prozess ab, Daten aus dem Subsystem NILS als Aufträge darzustellen. Der User ist damit in der Lage zu sehen, für welche Strukturen notwendige Arbeiten anstehen. Der User wird dabei so stark wie möglich durch die Anwendung geführt (z. B. automatischer Zoom auf zu bearbeitende Geometrien) und kann am Ende des Prozesses ein Release bündeln.

Releases werden durch zwei GP Tools im Hintergrund auf logische und geometrische Fehler hin überprüft und bei Bedarf dem User als Fehler zur Korrektur zurückgemeldet oder als Release fixiert. Wird ein Release fixiert, greifen auf der UI Sperrmechanismen um Konsistenz zwischen Geometrien und validiertem Release sicherzustellen. Das Release selbst mündet am Ende in einen Kopiermechanismus, der die Daten von Layer A nach Layer B kopiert.  


Mitarbeit: André Müller, Alexander Tegeder und Yannick Tylle