Die Versionierung in der Enterprise-Geodatabase ermöglicht seit vielen Jahren Bearbeitungsszenarien mit mehreren gleichzeitigen Benutzern – und langen Transaktionen in ArcGIS Desktop. Diese Möglichkeit wurde nun auf die Bearbeitung von Daten im Web-GIS übertragen.

Mit der Verzweigungsversionierung wird das gleichzeitige Bearbeiten von Daten (Feature-Services) durch mehrere Benutzer im Web-GIS ermöglicht. Sogar einzelne Operationen lassen sich rückgängig machen.

Im Web-GIS erfolgt die Zusammenarbeit und der Austausch von Informationen direkt über Services oder indirekt über das Portal einer Organisation.

Wenn mehrere Bearbeiter gleichzeitig auf Feature-Services zugreifen sollen, um Inhalte zu verändern und gleichzeitig die Funktionalität benötigen, ihre Bearbeitungen wieder schrittweise oder auch vollständig rückgängig machen zu können, müssen die Daten zuerst als nach Verzweigung versioniert registriert werden.

Die Vorteile der Verzweigungsversionierung

  • Die Verzweigungsversionierung ist aktuell die einzige Möglichkeit, eine Versionierung und lange Transaktionen für Feature-Services zu erhalten.
  • Änderungen bei der Bearbeitung von Feature-Services können rückgängig gemacht oder wiederholt werden.
  • ArcGIS Pro bietet die Möglichkeit, Konflikte einfach zu erkennen, abzugleichen und zu lösen.
  • Die Konfliktlösung kann gleichzeitig und über mehrere Sitzungen durchgeführt werden.
  • Sie können Features in einem Versorgungsnetz bearbeiten. Dieses Service-basierte Dataset ist nur bei der Verwendung einer Web-GIS-Bereitstellung verfügbar.
  • Erweiterte Editor-Tracking-Funktionen ermöglichen auch das Verfolgen von Benutzern, die Features innerhalb einer Version erstellen, löschen oder ändern.
  • Anders als bei der traditionellen Versionierung ist der Komprimierungsvorgang für Geodatabases mit nach Verzweigung versionierten Datasets nicht erforderlich.

Voraussetzungen und Unterschiede gegenüber der traditionellen Versionierung

  • Verzweigungsversionierung ist nur mit Hilfe von ArcGIS Pro 2.1 (oder höher), Enterprise Geodatabase 10.6 (oder höher) und mit Feature-Services möglich.
  • Einfache Features und das Versorgungsnetz sind aktuell die einzigen Datenquellen, die mit Hilfe der Verzweigungsversionierung bearbeitet werden können.
  • Es können nur Versionen von der Default-Version abgeleitet werden.
  • Es kann immer nur ein Editor eine Verzweigungsversion bearbeiten. Sobald ein Editor mit der Bearbeitung in einer Verzweigungsversion beginnt, wird eine exklusive Sperre eingerichtet, sodass sich keine weiteren Benutzer mit der Version zum Editieren der Daten verbinden können.
  • Eine nach Verzweigung versionierte Featureclass kann in ArcMap nicht mehr verwendet werden. In ArcGIS Pro ist eine Bearbeitung der Featureclass über eine direkte Datenbankverbindung nicht mehr möglich.